Lesestoff

16.12.2008

Weniger ist mehr, Teil 2. Oder doch nicht?

Auch wenn der Gitarrenweise Jan Zehrfeld zu sagen pflegt, dass manchmal mehr mehr ist, ist manchmal mehr eben doch weniger. Zum Beispiel:

In dem aktuell anläßlich des Erscheinens der deutschen Übersetzung von deutschen Feuilletonisten hochgelobten Buch "The Meaning of Life" von Terry Eagleton kann man gegen Ende der Einleitung lesen: "I can at least claim to have written one of the very few meaning-of-life books which does not recount the story of Bertrand Russell and the taxi driver."

28.10.2008

Perspektiven, unterschiedliche

A propos Yes: Heute am Frühstückstisch bei der Morgenlektüre war ich sehr positiv überrascht, in der Kurzbesprechung von Yes' "35th Anniversary Tour"-DVD im aktuellen KulturSPIEGEL keinen Verriss, sondern eine m.E. eher neutrale Rezensionen vorzufinden. Allerdings regte ich mich über die Verwendung des Begriffs "Progressiv-Rock" auf.

Meine Bessere Hälfte, neugierig wegen meines Gemeckers, las den Beitrag ebenfalls, und meinte "'Der Sänger klang wie ein Kastrat, der Keyboarder sah aus wie Gandalf, der Zauberer': So kauft das aber kein Mensch."

Merke: Eine reine Aufzählung von Tatsachen ist im richtigen (eher: im falschen) Umfeld so gut wie ein Verriss.

09.07.2008

Making Money

Auch wenn der Titel so klingt: Dies ist kein Spam-Beitrag. "Making Money" (dt. "Schöne Scheine") ist nämlich der Titel eines weiteren von Terry Pratchetts Discworld-Romanen. Die in "Going Postal" eingeführte Figur Moist von Lipwig spielt auch hier Hauptrolle: Nachdem von Lipwig von Patrizier Havelock Vetinari in "Going Postal" dazu erpresst wurde, die Ankh-Morporker Post auf Vordermann zu bringen, fällt es ihm in "Making Money" zu, Bank und Münzanstalt zu reformieren.

03.06.2008

Bücher-Boni

In letzter Zeit fallen mir vermehrt Bücher in die Finger, die doch tatsächlich Bonus-Material enthalten, ähnlich wie manche CD-Wiederauflagen z.B. zusätzliches Material in der Taschenbuch-Version.

08.05.2008

Korrelation vs. Kausalität, Teil 2

"Korrelation ist nicht hinreichend für Kausalität" war - natürlich - inspiriert durch meine Lektüre von "Freakonomics". In eben jenem Buch wird in einem der Beispiele dafür, wie Korrelationen in die Irre führen können, dargelegt, dass zwar viele oft für wirkungsvoll gehaltene Maßnahmen keine Auswirkung auf die Kriminalitätsrate, ein Anstieg der Zahl der Polizisten aber sehr wohl ein Absinken der Kriminalitätsrate zur Folge hat.

Trotzdem bleibt eine Frage offen: Warum eigentlich?

19.04.2008

Schlechte Alchemie

Bad AlchemyWer schon einmal auf einem von Charlys Festivals in Würzburg war, wird aller Wahrscheinlichkeit nach an der Kasse den Mann mit der Schiebermütze bemerkt haben: Rigobert "Rigo" Dittmann. Rigo ist aber nicht nur einer treuesten Besucher von und Helfer bei Charlys Veranstaltungen, sondern gibt auch seit Jahren ein selbstproduziertes Magazin heraus, "Bad Alchemy", das sich mit Artikeln, Konzertberichten und Rezensionen anspruchsvoller, avantgardistischer Musik widmet.

01.01.2008

Letztens gelesen, 2008

Neues Jahr, neue Bücher:

13.12.2007

Einbände

Fantasy- und Science-Fiction-Taschenbücher haben traditionellerweise scheußliche Umgeschlagbilder, selbst die qualitativ hochwertigen - ein bisschen so wie NeoProg-CD-Cover. Nun gut, muss sich ja bewährt haben und die Klientel ansprechen. Mich persönlich nicht sehr, was mich aber noch nie davon abgehalten, mir eines der Bücher zu kaufen, die mich interessieren. Vor kurzem im Hugendubel war es aber einmal genau andersherum: Die Heyne-Ausgaben der Romane Philip K. Dicks haben nahezu nobel aussehende, minimalistische Cover (nun gut, die à la US-Paperback hervorgehobene Silberglanzschrift der Titel gibt einen kleinen Abzug in der B-Note).

24.07.2007

Harry Potter and the Deathly Hallows

Falls jemand von denen, die es interessiert, wider Erwarten das Buch noch nicht gelesen hat, weil er/sie evtl. auf die deutsche Übersetzung wartet: Konkrete inhaltliche Spoiler werde ich zu vermeiden versuchen, dementsprechend nicht sehr auf den Inhalt des Buches eingehen, aber wer komplett "unschuldig" bleiben möchte, liest trotzdem unten besser nicht weiter.

07.06.2007

Tiefere Wahrheiten?

Folgendes gefunden in Jonathan Bignells "Media semiotics: An Introduction":

The discourse of science presupposes, for instance, that what we see on the surface is less true than what we see beneath the surface.

Schrecklich schlüpfrige Postmodernistensprache mal wieder, "the discourse of science", wogegen mangels greifbarer Daten schwer zu argumentieren ist, wenn mit "discourse" auch "Außenwirkung" gemeint ist.

Davon abgesehen glaube ich, dass die meisten Wissenschaftler sich dessen bewusst sind, dass im Gegenteil die Wahrheit sich an der Oberfläche befindet, in der konkreten Beobachtung, und dass mit der Modellbildung und der damit verbundenen unvermeidlichen Abstraktion eine Vereinfachung und damit ein Verlust an "Wahrheit" einher geht. Dieser kann nur durch erneute experimentelle Bestätigung und damit die Rückkehr zur "Oberfläche" aufgefangen werden.

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