Ein bisschen verspätet mein alljährlicher persönlicher musikalischer Jahresrückblick. Naja, andererseits ist es fast unlauter, noch vor dem Jahreswechsel einen Rückblick zu wagen, eigentlich ist es auch jetzt noch zu früh, da erfahrungsgemäß viele Veröfffentlichungen erst einige Zeit nach ihrem Erscheinen in meinen Radar geraten.
Hier und da habe ich einiges Lob für das Musikjahr 2007 gelesen. Hm, kann ich nicht so recht nachvollziehen. War für meinen Geschmack wieder ein eher durchschnittlicher Prog-Jahrgang mit vielen guten Platten, aber wenigen wirklich herausragenden Veröffentlichung. Persönlich habe ich zwar einige neue Perlen aus dem Verspielter-Pop-Bereich kennen gelernt, aber was den "Kern-Prog" angeht, war nicht allzu viel Aufregendes in Sicht, gerade von den etablierten Künstlern und Gruppen. Zwar war das neue Flower-Kings-Werk "The Sum of No Evil" tatsächlich eine positive Überraschung und sicherlich ihr bestes Album seit "Unfold the Future", aber Kunststück, wenn heutzutage Bands wie "Magic Pie" bessere FloKis-Scheiben als die FloKis selbst veröffentlichen...
Immerhin: "Sleepytime Gorilla Museum" haben mit "In Glorious Times" (hat eigentlich schon mal jemand angesprochen, dass der Titel auch das Wortspiel "glorious vs. inglorious" beinhaltet?) wieder ein sehr gutes und ihr vielleich zugänglichstes Album veröffentlicht, leiden aber trotzdem unter dem Mars-Volta-Syndrom: Der Überraschungseffekt ist weg, man kennt's inzwischen halt, und wenn sich die Band nicht mit der nächsten CD zumindest teilweise neu erfindet, kräht danach auch kaum noch ein Hahn, fürchte ich.
Bezeichnend ist jedenfalls, dass mein persönlicher Favorit früh im Jahr erschien: Nach wie vor hat mich kein anderes 2007er Album so gepackt, wie Soft Mountain gleich im Januar. Coole Kombination aus neu und alt, zumindest besetzungstechnisch, aus frei und strukturiert.
Die schönste Überraschung des Jahres waren "Big Big Train", deren "The Difference Machine" das Lob, das es z.B. auf den BBS gab, wirklich verdient.