Konserve

28.10.2008

Am Rande der Kante - und darüber hinaus

Im folgenden zwei Beiträge von mir für die große mehrteilige Yes-Story des Musikmagazins Eclipsed anlässlich des 40jährigen Band-Jubiläums: Zum kompositorischen Ansatz von "Close to the Edge" sowie zu "Tales from Topographic Oceans" im Allgemeinen.

07.08.2008

Jim Noir

Jim Noir ist ein "SPIEGEL Online"-Hype, den ich ursprünglich verpasst hatte. Nachlässig, nachlässig. Aber der gute Fix gab mir in #progrock-dt einen Tipp - dankenswerterweise, denn "Jim Noir" (auch das Album heißt so) macht richtig Spaß:

Sehr hübscher Pseudo-60s-Pop, mit vielen Beach-Boys- und Beatles-Verweisen, aber nicht ständig zu spezifisch auf diese beiden Bands ausgerichtet, sondern mit allgemeiner Spät-Sechziger-Pop- und Psychedelia-Anmutung, ergänzt durch ein paar (kurze, unaufdringliche) 70er-artige und moderne Electronica-Einsprengsel.

Schön fluffig, und genau das richtige für die momentanen heißen Sommertage.

14.07.2008

Zensur?

Rock Milestones: Yes - Close to the EdgeWTF? Auf der DVD-Hülle von "Yes - Close to the Edge" aus der "Rock Milestones"-Reihe findet sich folgender Satz: "In order to ensure editorial freedom the film has not been censored, viewed or approved by past or present management of Yes".

Für mich liest sich dieser bizarre Satz (selbst wenn sie den Beitrag gesehen und Anmerkungen hätten, hätten die Autoren diese ja nicht einarbeiten müssen) eher wie: "Um lästige Fragen nach dem Copyright der verwendeteten Musik- und Filmausschnitte zu vermeiden, haben wir die DVD dem Yes-Management lieber nicht gezeigt".

07.04.2008

Woher weiß ich, dass ich wach bin

Ein weiterer Sixties-Epigone ist Brent Cash aus Athens, Georgia, der vor ein paar Wochen SPIEGEL Online wenn keinen Hype, so doch eine nicht ganz verächtliche Erwähnung wert war.

In der Tat gibt es auf "How Will I Know If I'm Awake" die volle Packung Sixties-Pop-Sound, teils aufwändig orchestriert, mit einer guten Ladung Beatles und auch Brian Wilson. Was Zeitgenossen angeht, erinnert das ganze stellenweise deutlich an Fritz Doddys "The Feeling of Far" oder die Wondermints. Allerdings gerät Cash immer wieder etwas zu sehr in "Easy Listening"-Gefilde, inklusive schmalziges Flügelhorn und Bossa-Rhythmen.

05.04.2008

Ganz schön. Seltsam.

Auf "Panic! At the Disco" hatte mich der andere Uli schon vor einiger Zeit aufmerksam gemacht. Und obwohl die Amerikaner bei den MTV Video Music Awards 2006 ganz schön abgeräumt hatten, war schon ihr damaliges, erstes Album "A Fever You Can't Sweat Out" sehr interessant, frech und melodisch, aber ohne allzu platt zu sein. Mir war's trotzdem etwas zu geradeaus und rotzig.

25.03.2008

Pilgerfahrt

Noch ein Eintrag in die Liste von "Bass + Schlagzeug"-Bands: Om.

Diese schlagen mit ihrem dritten Album "Pilgrimage" aus dem Jahr 2007 in noch eine etwas andere Kerbe als die bisher hier vorgestellten Gruppen in gleicher Besetzung, nämlich Psychedelisches und Stoner-Geriffe. Das Titelstück z.B. erinnert schwerst an "Set the Controls for the Heart of the Sun", während andere Nummern wie etwa "Bhima's Theme" mit ihrem verzerrten Bassgeriffe zwar einen deutlich energischeren Sound haben, trotzdem ziemlich bedröhnt wirken.

Sehr stimmungsvoll ist das Ganze auf jeden Fall.

25.01.2008

Ach, übrigens

Hab ich mir doch vor kurzem die hübsche, wenn auch nicht übermäßig günstige "Oh by the Way"-Box mit sämtlichen Pink-Floyd-Studioalben gegönnt und so ein paar Lücken in meiner Pink-Floyd-Sammlung geschlossen. Und auch Anlass gehabt, ein paar lange nicht mehr gehörte Platten wieder, aber eben im neuen Gewand hervorzukramen. Vorläufiges Fazit: Die erste LP-Seite von "The Dark Side of the Moon" und die zweite Hälfte der zweiten ist immer noch, obwohl ich das Album schon mehr als 20 Jahre kenne, großes Kino - und "Money" und insbesondere "Us and Them" sind immer noch die großen Schwachpunkte der Scheibe. Und "Wish You Were Here" ist immer noch das deutlich langweiligere Album, und ebenfalls mit ziemlich schwachen Momenten, speziell meine ich den Schluß des zweiten "Shine on You Crazy Diamond"-Teils, was an solch exponierter Stelle (nämlich als Abschluss des Albums) doppelt tragisch ist.

09.01.2008

Löwenzahn, meilenweit

Als ich vor inzwischen etlichen Jahren in einem Berliner Plattenladen nach Miles Davis' "Get Up With It" fragte, erntete ich vom sichtlich angewiderten Verkäufer nur ein verächtliches "Wir führen nur die richtigen Miles-Davis-Alben".

02.01.2008

007 - Lizenz zum Tönen

Ein bisschen verspätet mein alljährlicher persönlicher musikalischer Jahresrückblick. Naja, andererseits ist es fast unlauter, noch vor dem Jahreswechsel einen Rückblick zu wagen, eigentlich ist es auch jetzt noch zu früh, da erfahrungsgemäß viele Veröfffentlichungen erst einige Zeit nach ihrem Erscheinen in meinen Radar geraten.

Hier und da habe ich einiges Lob für das Musikjahr 2007 gelesen. Hm, kann ich nicht so recht nachvollziehen. War für meinen Geschmack wieder ein eher durchschnittlicher Prog-Jahrgang mit vielen guten Platten, aber wenigen wirklich herausragenden Veröffentlichung. Persönlich habe ich zwar einige neue Perlen aus dem Verspielter-Pop-Bereich kennen gelernt, aber was den "Kern-Prog" angeht, war nicht allzu viel Aufregendes in Sicht, gerade von den etablierten Künstlern und Gruppen. Zwar war das neue Flower-Kings-Werk "The Sum of No Evil" tatsächlich eine positive Überraschung und sicherlich ihr bestes Album seit "Unfold the Future", aber Kunststück, wenn heutzutage Bands wie "Magic Pie" bessere FloKis-Scheiben als die FloKis selbst veröffentlichen...

Immerhin: "Sleepytime Gorilla Museum" haben mit "In Glorious Times" (hat eigentlich schon mal jemand angesprochen, dass der Titel auch das Wortspiel "glorious vs. inglorious" beinhaltet?) wieder ein sehr gutes und ihr vielleich zugänglichstes Album veröffentlicht, leiden aber trotzdem unter dem Mars-Volta-Syndrom: Der Überraschungseffekt ist weg, man kennt's inzwischen halt, und wenn sich die Band nicht mit der nächsten CD zumindest teilweise neu erfindet, kräht danach auch kaum noch ein Hahn, fürchte ich.

Bezeichnend ist jedenfalls, dass mein persönlicher Favorit früh im Jahr erschien: Nach wie vor hat mich kein anderes 2007er Album so gepackt, wie Soft Mountain gleich im Januar. Coole Kombination aus neu und alt, zumindest besetzungstechnisch, aus frei und strukturiert.

Die schönste Überraschung des Jahres waren "Big Big Train", deren "The Difference Machine" das Lob, das es z.B. auf den BBS gab, wirklich verdient.

11.12.2007

Im Reich der mächtigen Klänge

Über das Gong-Konzert von Nekropolis-23-Schlagzeuger Holger Röder habe ich bereits berichtet. Jetzt ist auch seine Gong-CD "Im Reich der mächtigen Klänge - Volume 01" erschienen, die das Konzept des Konzerts auf Tonträger einfängt. Alle Infos dazu gibt's unter larks-tongues-music.de. Meine Bestellung ist schon raus.

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