Jazz

17.06.2006

Eurofusion

In um Ausgeglichenheit bemühten Überblicken über die Jazz(rock)-Historie finden sich immer wieder Hinweise auf frühe Vertreter der Spielart abseits der scheinbar alles dominierenden Miles-Davis-Schule. Siehe etwa den nahezu zeitgenössischen, nämlich 1975 zum ersten Mal erschienen Aufsatz "Rock Jazz" in der von Joachim-Ernst Berendt herausgegebenen Anthologie "Die Story des Jazz": Dort werden z.B. aus der Rockperspektive Namen wie Jimi Hendrix, Santana und Frank Zappa als überaus einflußreich genannt.

11.03.2006

Sun Ra and his Intergalactic Solar Arkestra - Space is the Place

Endlich mal ein Science-Fiction-Film, über den ich hier schreiben kann, ohne ständig nervös über die Schulter zu schauen, denn massiger Musikbezug. Wobei, und wohl deshalb gutes Gewissen, "Space is the Place" einen Sci-Fi-Film zu nennen, wäre in dieser Reinheit irreführend.

Der Klappentext macht uns ein wenig schlauer: "Sci-fi, blaxploitation, cosmic free jazz und radical race politics" werden versprochen. Schauen wir uns die einzelnen Bestandteile näher an:

17.02.2006

Szobeljäger und Kosak: Grillfest - die Ankunft

Da isser, der der langersehnte Freak-Charly-Hype "Szobel" via cdbbq.com. Es hat zwar ein wenig gedauert (Bestellung am 29.12,05 Bestätigung der Bestellung am 31.12.05, Versandbestätigung 31.1.06, Paket zugestellt am 17.2.06), aber ansonsten ist alles im grünen Bereich: die LP schaut in Ordnung aus, die Hülle mutet nicht mehr gerade jungfräulich an, ist aber locker im VG-Bereich. Die beigefügte digitale Überspielung ist soweit astrein: am Anfang der zweiten LP-Seite knistert's ein wenig, aber das dürfte am Vinyl selbst liegen. Ansonsten klingt die CD-R (die zwar im Slimcase kommt, aber dafür mit Titel und Tracklist bedruckt ist) hervorragend.

09.12.2005

3121... meins!

Erst vor kurzem wurde mir wirklich bewusst, dass mein neuer MP3-Player tatsächlich Audiodateien im WMA-Format abspielt. Obendrein bringt Prince anscheinend (vorausgesetzt, ich interpretiere die übliche alberne, aber Vorfreude zu schüren bemühte Geheimniskrämerei richtig) demnächst ein neues Album namens "3121".

Was das eine mit dem anderen zu tun hat?

30.11.2005

The Claudia Quintet, Unterfahrt, München, 29.11.2005

Es kommt nicht gerade oft vor, dass wir in Deutschland eine Cuneiform-Band live bewundern können: zu seltsam oder zu insidermäßig, zu weit weg. Das Claudia Quintet hat's allerdings etwas besser, schließlich gehen sie als Jazz durch. Und Jazz hat ein Publikum. Kein Massenpublikum (abseits der großen Namen jedenfalls), aber eine Stammklientel und entsprechende Veranstaltungsorte.

15.09.2005

Adoptivprog

Wenn wir schon bei neuen Stil-Bezeichnungen sind, will ich gleich noch einen Begriff einführen, der mir seit einiger Zeit durch den Kopf geht: Adoptivprog.

Die Grenzen zwischen Genres sind immer fließend. Insbesondere der Unterschied zwischen Jazzrock und Progressive Rock ist nicht immer leicht zu bestimmen. Einige Alben, die allgemein dem Prog zugerechnet werden, könnte man rein musikalisch gesehen genauso gut als Jazzrock/Fusion bezeichnen. Was aber für viele dieser Alben gilt, insbesondere solche aus dem 70er Jahren: die entsprechenden Künstler kommen nicht aus dem angloamerikanischen Raum.

16.08.2005

Geschmack: nicht garantiert

Sicher, man kann den poetischsten Liebesbrief aller Zeiten auch mit einem Kuli auf die Rückseite eines Kassenzettels schmieren. Aber macht es nicht mehr her, ihn mit einem schweren Füllfederhalter auf handgeschöpftes Büttenpapier zu kalligraphieren?

10.07.2005

Produzentenalben

Ich glaube, irgendwann in den 70er Jahren kam im Laufe von Platten wie Alan Parsons "Tales of Mystery and Imagination" der Begriff "Produzentenalbum" auf, also eine Platte, die nicht von einer Band oder einem instrumentenspielenden/singenden Künstler geprägt ist, sondern vom Produzenten, der die Musiker und die Kompositionen auswählt bzw. dirigiert, die Arrangements bestimmt und den Sound prägt.

13.06.2005

Jam Session im Unterfahrt, 12.6.2005

Kaum zu glauben, aber wahr: Ich habe es tatsächlich ein zweites Mal in den Münchener Jazzclub Unterfahrt geschafft, diesmal auf Ralfs Anregung hin wieder zur allsonntäglichen Jam Session. Gestern stand aber nicht wie beim letzten Mal JazzFunkRock-Fusion auf dem Programm, sondern eher herkömmlicher Mainstream-Jazz. Die Session sollte eigentlich vom Bassisten Martin Zenker geleitet werden, der aber "verhindert" war; daher sprang der Pianist Claus Raible ein.

10.05.2005

Das Guapo-Experiment, Teil 1: Guano oder hübsch?

Gestern in der U-Bahn hörte ich Guapos neueste, "Black Oni", wieder wie das Vorgängeralbum "Five Suns" eine fünfteilige Zeuhl-Suite voll pochendem Bass, düster-verschlungenem E-Piano und martialischer Rhythmik, die diesesmal durch einen Schuss Univers Zero-Harmonium wenn nicht aufgelockert, so doch zumindest angedickt wird. Bei einer Passage fragte ich mich: Wie würde jemand, der in keiner Weise ideologisch vorbelastet ist, der keine Meinung zu Progressive Rock im Allgemeinen und Zeuhl im Speziellen hat, auf diese Musik reagieren und sie beschreiben?

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