Prog'n'Roll

11.01.2007

Insideout macht's vor

Seit einigen Jahren produziert die deutsche Prog-Plattenfirma Insideout aufwändig verpackte Sonder-Editionen, meist limitiert obendrein, von Veröffentlichungen ihrer Flagschiff-Künstler, etwa Doppel-CDs mit Bonus-Material im bunten Digipak, gerne auch Doppel-DVDs in ähnlicher, wenn auch größerer Verpackung. Nachdem dieses Modell, mit limitierter, luxuriöser Aufmachung zu funktionieren scheint, fangen jetzt auch andere mit ähnlichen Aktionen an. Das britische Label Voiceprint z.B., die "An Evening Of Yes Music Plus Anderson, Bruford, Wakeman & Howe" als Doppel-CD sowie das gleichnamige Konzertvideo als DVD wiederveröffentlichen werden.

02.01.2007

006 - Lizenz zum Tönen, Teil 2: Das Jahr des NuProg?

Nichts ist so alt, wie Neuigkeiten von gestern, ich weiß. Außer vielleicht Jahresrückblicke, die erst im neuen Jahr erscheinen. Dennoch sei mir ein letztes Mal erlaubt, 2006 Revue passieren zu lassen. Denn bemerkenswert am letzten Jahr war, dass das Prog-Revival, welches ich hier mehr oder weniger seit Beginn des ProgBlogs gleichermaßen neugierig wie kritisch beäuge, wohl vom scheinbaren ins anscheinende übergewechselt.

Vielleicht ist "Revival" auch der falsche Begriff. Dass es nämlich wirklich zu einer großangelegten Prog-Renaissance kommt, wage ich nach wie vor zu bezweifeln. Aber sicher scheint, dass der Kategorie "Prog" oder "Progressive Rock" nicht mehr das Stigmata des popmusikalischen Pariah anhaftet wie zuvor.

Indizien:

31.12.2006

Dezemberisten


Q: There were times when I felt I had to turn and check the release date on the back of the album. I felt as though I was listening to something that were dated some 30 years ago.

A: Well, that's cool.

(Interview auf mp3.com: Nate Query of The Decemberists explains the group's progressive rock journeys and the recording of The Crane Wife.)

19.12.2006

(p)

Vielleicht oute ich mich jetzt ja als ignorant, aber jahrelang (genauer: schon immer) dachte ich, das eingekringelte p neben dem &copy auf CD-Hüllen etc. bedeute zusammen mit der nachfolgenden Zahl das Jahr der Pressung. "p" wie "printed" eben. Falsch gedacht. Durch Zufall musste (durfte) ich vor kurzem erfahren, dass es sich dabei um ein spezielles Copyright-Symbol für Audioaufnahmen handelt. "p" wie "phonograph" eben. Wieder wat jelernt.

14.12.2006

Was kommt als nächstes?

Prog-Revival aller Orten, auch an den unwahrscheinlichsten. Zwar verdrehe ich gerne die Augen, wenn in meinem Bekanntenkreis (nein, spezifischer werde ich nicht werden) jemand mit der "Men's Health" ankommt, aber diesen Monat werde ich das sein lassen. Denn in der aktuellen Ausgabe findet sich - kaum zu glauben, aber wahr - ein Special zur deutschen Neo-Prog-Band Sylvan, inklusive (jedenfalls in der Online-Version des Artikels) Link zu den BBS.

Hat schon jemand die vier apokalyptischen Reiter draußen vorbei galoppieren sehen? Kann nicht mehr lange dauern, bis sie auftauchen.

13.12.2006

Kriterium

Als jemand, der jeden Tag gut anderthalb Stunden zur Arbeit und zurück pendelt, kam mir vor kurzem aus aktuellem Anlass ein neues dreistufiges Bewertungsschema für CDs in den Sinn:

  • Ach ne, schon am Ziel? Ich will aber die Musik nicht ausmachen müssen.
  • Naja, dann hör ich halt nachher weiter.
  • Urgs. Das noch 40 Minuten hören? Lieber mal schauen, was sonst so noch auf dem Player ist.
12.12.2006

Ach?

Der SPIEGEL-Online-Netzticker fasst einen "The Register"-Artikel zusammen:

Besonders irritierend ist, dass sich Apples Verkäufe von iPod-Musik-Playern während der von Forrester untersuchten Periode vervierfacht haben. Noch verwirrender wird das Ganze allerdings, wenn Bernoff ausführt, dass der durchschnittliche Haushalt pro Jahr für nur knapp drei US-Dollar online DRM-geschützte Musik kauft, aber 1,7 Musik-CDs online bestellt. Seine Schlussfolgerung: "Verkäufe via iTunes haben keinen Einfluss auf CD-Verkäufe."

Hallo, liebe Musikindustrie und Analysten: Musik-Downloads sind immer noch unsexy.

10.12.2006

Besser gut gefleddert

Langsam werde ich wirklich zum Reaktionär. Muss das Alter sein. Es ist nun einmal so: In letzter Zeit gab es sehr, sehr wenig neue Musik, die mich so begeistern konnte, wie es einige meiner alten Helden immer noch tun. Bin ich so eingefahren in meinen musikalischen Wegen? Oder darf man nicht nur aus Nostalgie, sondern mit Recht die guten alten Zeiten für einfach besser halten? Ich habe natürlich den heimlichen Verdacht, dass ich mich mit jeder neuen Musik wegen der Reiz-Überflutung durch das gestiegene Angebot und meinen gleichermaßen gestiegenen Konsum, schlicht nicht mehr ausreichend beschäftige, um ihre Reize wirklich zu verinnerlichen.

01.12.2006

Farben hören

Das Phänomen Synästhesie ist inzwischen kein weidlich unbekanntes mehr: Wenn ein Sinnesreiz Empfindungen nach sich zieht, die eigentlich zu einem anderen Organ gehören, wenn also z.B. jemand Musik hört und dabei Farben (vor dem inneren Auge) sieht.

Ein verwandtes Phänomen scheint mir folgendes: Dass - zumindest bei mir - die Gestaltung eines Musik-Albums durchaus merklich die anschließende Wahrnehmung der Musik zu beeinflussen scheint. Wenn ich etwa bestimmte Musik beschreiben möchte, greife ich gerne zu Phrasen wie "farbige Arrangements" (oder würde gerne dazu greifen und halte mich künstlich zurück, um nicht zu abgedroschen zu klingen). Oft handelt es sich dann auch um Alben, die ein buntes, detailreiches Cover-Bild haben.

16.11.2006

Sal sagt es, wie es ist

(09:23:44)<sal|halb`da>scheisse, wir werden hip

So isset. Die Zeichen der Apokalypse mehren sich: Linkin Park Inspired By Prog Rock On New Album.

Inhalt abgleichen