Zelluloid

13.11.2008

Asia Filmfest 2008: Tokyo Gore Police

Ich hab' in den letzten Jahren einige sehr seltsame Filme gesehen, insbesondere - wenn auch nicht nur - aus Japan. Doch "Tokyo Gore Police" spielt fast in einer eigenen Liga. Kranker, kranker Kram - aber eben nicht nur blutiger (sehr blutiger) Splatter, sondern auch ätzende Satire (vgl. "Starship Troopers" und Co.) und vor voller überbordender - ich wiederhole mich - kranker Fantasie, die sich in bizarren, regelrecht surrealen Figuren und Szenen äußert, die zu beschreiben ich mir und Euch erspare: Diesen Film sollte man einfach sehen, am besten in gemütlicher Runde bei einem lustigen DVD-Abend.

09.11.2008

Asia Filmfest 2008: Chocolate

Auch wenn der Titel eher eine leicht melancholische Komödie erwarten lassen könnte: Wenn ein neuer Film von Prachya Pinkaew und Panna Rittikrai, den Entdeckern und Förderern von Tony Jaa und Machern von "Ong-Bak" sowie "Tom Yum Goong" ansteht, weiss man eigentlich im Voraus, worauf man sich einlässt, und so kommt es auch.

Wie "Tom Yum Goong" im Wesentlichen die gleiche Geschichte erzählt wie "Ong-Bak", so macht dies auch "Chocolate" (Suppe, Schokolade, komisch), nur dass diesmal nicht Tony Jaa auf akrobatische Art und Weise Bösewichte verhaut und deren Knochen bricht, sondern mit Jeeja Yanin (eigentlich heisst sie Nicharee Vismistananda...) eine zierliche junge Dame. Prachya Pinkaew selber dürfte dies durchaus bewusst sein: Nicht umsonst lernt seine Hauptfigur u.a. dadurch Martial Arts, dass sie sich "Ong-Bak" und "Tom Yum Goong" auf Video anschaut...

06.11.2008

Asia Filmfest 2008: Ashes of Time Redux

Aus dem Programm des Asia Filmfests 2008: "Viele glaubten nicht daran, dass Wong Kar Wai, der Meister des stilisierten Ruhekinos auch einen Kampfkunstfilm inszenieren könnte." Zu recht - zumindest, wenn man "Ashes of Time Redux" zum Maßstab dafür nehmen muss.

Der Film ist bedeutungssschwangerer Schwulst, der nicht zur Niederkunft kommt, quasi invertierter Kitsch: Während Kitsch nach größtmöglicher Verständlichkeit strebt, versucht Regisseur Wong Kar Wai hier anscheinend das Gegenteil - trotzdem treffen sich Kitsch und "Ashes of Time Redux" wieder im Niemandsland der Langeweile.

13.09.2008

Fantasy Filmfest 2008: The Midnight Meat Train

Ich würde mich nicht direkt als Fan des japanischen Regisseurs Ryuhei Kitamura bezeichnen: Dafür sind seine Filme in der Regel inhaltlich zu unergiebig. Aber wenn sich die Gelegenheit ergib, schaue ich mir seine Arbeiten gerne an. Kitamura hat einen sehr verspielten Stil, mit einer fast ständig in Bewegung befindlichen Kamera, und seit er - nach seinem Debüt "Versus" größere Büdgets zur Verfügung hat, haben seine Filme auch eine ziemlich polierte Optik.

Auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest war er wieder vertreten, diesmal mit seiner ersten US-Produktion, "The Midnight Meat Train" nach einer Kurzgeschichte von Clive Barker.

10.09.2008

Fantasy Filmfest 2008: Jack Brooks: Monster Slayer

Seit seine Eltern und seine kleine Schwester auf einem Camping-Ausflug von einem Waldmonster gefressen wurden, hat der Klempner Jack Brooks ein Agressionsproblem. Die Gelegenheit, dieses trotz bis dato vergeblicher Therapie in den Griff zu bekommen, ergibt sich erst, als sich sein Abendschul-Lehrer ebenfalls in einen Dämonen (man denke an Jabba der Hutte in eklig) verwandelt und Jack sein Kindheitstrauma tatkräftig überwinden und seine Bestimmung finden kann.

"Jack Brooks: Monster Slayer" ist ein netter kleiner Splatter-Streifen, der ganz in der Tradition von Achtziger-Jahre-Klassikern wie Re-Animator und Co. gilt, gleich in mehrerlei Hinsicht:

09.09.2008

Fantasy Filmfest 2008: Let The Right One In

"Let the Right One In" ist ein Film, den man Freunden oder Bekannten zeigen könnte, die man davon überzeugen möchte (falls man das für nötig hielte), dass auf dem Fantasy Filmfest selbst unter den Vampirfilmen nicht nur "Schund", sondern hochwertige "Filmkunst" zu finden ist:

Langsames Erzähltempo, eine Geschichte, die viel stärker auf Charaktere und eindringliche Bilder, oft in Großaufnamen, als auf Ekel oder Schock-Effekte setzt.

19.08.2008

Batman: The Dark Knight

"Batman Begins" mochte ich seltsamerweise nicht sonderlich. Dementsprechend war ich trotz des massiven Vorab-Hypes und Kassenerfolgs in den USA wenn nicht skeptisch, so doch vorsichtig gestimmt, als ich im Cinema zu einer von mehreren Vorabaufführungen von "The Dark Knight" saß (erstaunlicherweise fast einen Monat vor dem offiziellen Deutschland-Start des Films).

Daher wurde ich diesmal nicht wie noch bei "Batman Begins" enttäuscht, sondern - mild - positiv überrascht.

27.07.2008

Forgetting Sarah Marshall

Einen Film, in dem es nicht nur der große Lebenstraum einer der Hauptfiguren ist, ein Dracula-Musical mit Puppen nach Muppet-Show-Art zu inszenieren, sondern dieser auch auf der Leinwand erfüllt wird, muss man mögen. Nicht mögen muss man den wieder mal idiotischen und abschreckenden deutschen Titel dieses Films, "Nie wieder Sex mit der Ex", der zwar nicht vollkommen, aber doch weitgehend am Thema von "Forgetting Sarah Marshall" (so der weniger auffällige, aber eben passende Original-Titel) vorbei geht.

02.05.2008

Iron Man

Ich war verdammt lange nicht mehr im Kino. Aber obwohl ich kein sonderlich großer Superhelden-Film-Fan bin ("Superman Returns" etwa habe ich bis heute nicht gesehen), reizte mich "Iron Man" dennoch genug, ob ihn mir am Starttag im Mathäser auf ganz großer Leinwand anzusehen.

Einer der Gründe dafür war die Besetzung, und es zeigte sich, dass die Hoffnung, dass diese die Qualität des Films widerspiegelt bzw. beeinflusst, nicht umsonst war. Comic-Verfilmungen sind endgültig salonfähig und vor allem erwachsen geworden, denn Robert Downey Jr. und Jeff Bridges sind nicht nur keine durchtrainierten Schönlinge mehr, sondern spielen hier auch Figuren, die sich wie Erwachsene benehmen.

17.08.2007

Planet Terror

Diese Woche gab es in einigen deutschen Kinos kostenlose Vorabvorstellungen von "Planet Terror", der Robert-Rodriguez-Hälfte "Grindhouse"-Projekts (die andere Hälfte Quentin Tarantinos "Death Proof"), das in den USA schon vor Monaten zu unrecht schrecklich gefloppt hatte. Zugegeben, weder "Death Proof" noch vor allem "Planet Terror" ist für jedermann das richtige.

Inhalt abgleichen