Stammtischtest

29.09.2007

Wassermann Isarvorstadt

Monatelang bin ich immer wieder am inzwischen nicht mehr ganz so neuen Wassermann Isarvorstadt vorbei geradelt, immer wieder denkend: Den sollte man mal antesten. Letzte Woche hat's endlich geklappt. Nettes Lokal, dem man ansieht, dass es noch recht frisch ist, dank Ecklage innen vergleichsweise hell, außerdem - für eine Kneipe - elegant eingerecht, aber nicht aufgebretzelt. Die Speisekarte ist die gleiche wie im Wassermann Neuhausen: Typisches Münchner Kneipenessen (d.h. von Kneipen, die nicht bajuwarisch-deftig ausgerichtet sind), mit Pasta, TexMex, Asiatischem und den unvermeidlichen Burgern. Auf der Tageskarte gab's aber auch ausgefalleneres, etwa Känguruh. Für Fußballfreunde: Alle Bayern-Spiele werden live gezeigt, bei Bedarf auch auf Großleinwand.

Kann man hingehen.

23.12.2006

Ludwigsburg

Eigentlich eine nette kleine Kneipe, das Ludwigsburg in der Trappentreustraße, ganz in der Nähe des Heimeranplatzes. König-Ludwig-Bier im Angebot, also nicht eine der großen und wegen Überangebots eher langweiligen Münchner Standard-Brauereien, der wirklich große Burger war neben der üppigen Fleischportion mit ordentlich viel Salat belegt und wurde zu einer riesigen Portion Pommes Frites serviert (wer's gesünder mag: der Salat sah auch sehr gut aus), Getränke und Speisen beides zu normalen Preisen. Die Musik war zwar nicht sehr prickelnd (anfangs etwas Country, allerdings immerhin nicht die von dt. Truck-Stop-Varianten-Art, später unauffälliger Mainstream, etwa Bob Dylan), aber von sehr zurückhaltender Lautstärke und daher so gut wie egal. Auf Großbild-Leinwand werden bei entsprechender Gelegenheit Fußballübertragungen gezeigt.

21.10.2006

Kilombo

Die Website des Kilombo in Haidhausen ist etwas eigenwillig, der Laden selbst nicht so sehr. Andernorts las ich etwas über "zusammengewüfelte" Einrichtung. Kann ich nicht nachvollziehen: Das Kilombo ist zwar cool und nicht gerade überbordend in leichtem 50er Jahre Flair eingerichtet, aber weder bewusst verlottert noch angestrengt "stylish". Dazu passt, dass am frühen Abend netter Cool Jazz lief, aber später von der Musik nicht mehr viel zu hören war, da sie - also in konservativer Lautstärke - von den üblichen Kneipengesprächen fast komplett übertönt wurde. An anderen Abenden mag dies anders sein, denn auf der Theke war auch eine DJ-Anlage zu finden, also wird wohl gelegentlich auch jemand Platten auflegen.

27.08.2006

Fürstenegger

Das Fürstenegger in München-Großhadern scheint sehr beliebt zu sein: Fast jedesmal, wenn ich dort war, war der recht große Gastraum gut gefüllt. Allzu verwunderlich ist dies nicht: Die Kneipe ist einem für viele Münchner Lokale typischen eingerichtet, die weder allzu hip noch allzu gutbürgerlich oder altmodisch sein wollen: Dunkles Holz allenthalben, heller getönte Wände und Kronleuchter. Ebenso Middle-of-the-Road sind die allesamt normalpreisigen Speisen: Von Schnitzel über die in München unvermeidlichen TexMex-Klassiker (Chili Con Carne, Burritos, Tortilla), Burger, Maultaschen, Salat usw. Das Bier (Hofbräu, IIRC) ist vielleicht ein kleines wenig teurer als in vergleichbaren Läden, aber auch dies bleibt im normalen Rahmen. Auch die Bedienung waren, bisher jedenfalls, war akzeptabel flott.

09.11.2005

Baal

Gott oder Dämon? Der Name "Baal" kann für beides stehen. Und für eine Kneipe in Neuhausen, ganz in der Nähe des Kreittmayrs, ebenfalls in der gleichnamigen Straße.

Das Baal besteht im Wesentlichen aus zwei Räumen: dem eigentlichen Kneipenraum mit der Theke sowie ein mit diesem durch zwei Wanddurchbrüche verbundener Nebenraum. Der Thekenraum ist sehr gemütlich eingerichtet: dunkle Farben, kleine Tische. Augenfälligste Besonderheit ist aber die Wanddekoration: große Regale, die mit hunderten antiquarischer Bücher gefüllt sind. Der zweite Raum ist etwas heller und luftiger gehalten, bietet dafür aber einen Billardtisch. Die Hintergrundmusik war genau das: sehr im Hintergrund; und trotz gutem Besuchs war der Lautstärkepegel im vorderen Kneipenbereich immer sehr gemäßigt.

16.09.2005

Kreittmayr

Vor dem Besuch in einer neuen Kneipe versuche ich mich im Netz über das jeweilige Etablissement zu informieren. kneipen-suche.com hilft in Fällen schon ein wenig weiter; komplette Speisekarten oder Photos der Innenansicht bieten meist jedoch nur die Websites des Lokals selbst - wenn man sie findet. Die Website des Kreittmayr zu finden erwies sich als schwierig, aber ein Google-Zufall führte mich schließlich doch hin.

20.08.2005

Karaovali

Wie kann man ein Lokal nur so nennen? Karoavali? Karaovoli? Karovaoli? Selbst wenn man sich dann mit mnemotechnischen Hilfsmitteln (etwa "Karaoke mit Ravioli") gemerkt hat, dass der Laden Karaovali heißt, weil das der Name des Wirts ist, bleibt die Frage nach der Aussprache. Kara-ó-vali? Karao-vá-li? Karaova-lí?

29.07.2005

The Dub

Dass im Tumblinger im Sommer auch der Vorhof mit Außenplätzen geöffnet ist, ist eigentlich lobenswert. Weniger so ist allerdings, dass zwar dadurch sich die Zahl der Sitzplätze und damit - wegen durchaus angenehmer Lage - Gäste etwa verdoppelt, aber nicht die Zahl der Angestellten. Was sich dadurch wiederum mindestens verdoppelt, ist die Wartezeit auf Bestellungen. Nun bin ich ein geduldiger, vor allem träger Mensch, der nichts ohne echte Not an bestehenden Verhältnissen ändert. Andere nicht. Also schaun wir uns mal wieder um.

12.07.2005

Giesinger

Wann ist etwas nicht mehr so neu, dass es nicht mehr neu ist? Jedenfalls denke ich an das Lokal "Giesinger" in der Martin-Luther-Straße immer noch als "neu", obwohl es inzwischen schon etliche Monate neu ist, quasi so lange, dass ich schon nicht mehr weiß, wie lange überhaupt. Lange genug jedenfalls, dass ich mich auch schon nicht mehr erinnern kann, was vorher in der gleichen Ladenfläche war. Ein Friseursalon? Oder vielleicht bin ich selbst inzwischen einfach nicht mehr neu genug.

24.05.2005

Is Wurscht

Ein Bekannter aus Emden bezeichnete die normalerweise im Westen der Mitte Deutschlands verortete heimatliche Eifel mir gegenüber einmal als Süddeutschland: "Alles, wofür ich fünf Stunden schnurstracks nach Süden fahren muss, ist für mich Süddeutschland." Dieser makellosen Logik folgend, muss ich mich als zugereister Münchner wohl Nordlicht nennen. Als solches gibt es hier im Süden vielerlei Gewöhnungsbedürftiges, die üblichen Verdächtigen halt: das allenthalben schallende, ideologisch vorgefärbte "Grüß Gott!" statt eines lakonischen "Tach", "Semmel" statt "Brötchen", "Fleischpflanzerl" statt "Frikadelle". Wobei das Fleischpflanzerl sowohl von Konsistenz als auch Grundgeschmack meiner Erfahrung nach ein eigenständiges Produkt darstellt: weniger cross und würzig, mit stärker gewolftem Fleisch. À propos Wolf:

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