02.10.2007

Zappa plays Zappa, Circus Krone, München, 30.9.2007

Eigentlich hatte ich mich gewundert, warum sich nicht außer mir bei last.fm für das Zappa-plays-Zappa-Konzert in München angemeldet hatte. Nicht mehr, als ich mich kurz vor 19:00 in die Schlange vor dem Circus-Krone-Bau einreihte. "Zappa plays Zappa" 2007 war eines der wenigen Konzerte in den letzten Jahren, bei denen ich den Altersdurchschnitt der Besucher deutlich nach unten drückte. Anscheinend waren vor allem lauter alte Fans vor Ort (und damit wohl tendentiell nicht so stark web-2.0-affin, siehe eben die last.fm-Beteiligung), sicherlich deutlich weniger Jungvolk als letztes Jahr in Zürich. Dweezil Zappas Hoffnung, mit den ZpZ-Touren Frank Zappas Musik auch jüngeren Musikhörern nahezubringen, hat sich also - jedenfalls in München - nicht erfüllt.

Anfangs hatte ich die Befürchtung, dass das Konzert spärlich besucht sein würde: Sowohl die Sitzplätze als auch der Innenraum füllten sich zögerlich. Aber irgendwie war's beim mehr als pünktlichen Beginn um 20:00 dann doch recht voll, wenn auch das Publikum insgesamt - meinem Gefühl nach, bin aber notorisch schlecht im Schätzen von Zuschauerzahlen - nicht so zahlreich wie in Zürich war.

Die Akustik im nicht gerade für Musikveranstaltungen konstruierten Circus-Krone-Bau (ein Konzert hatte ich dort zuvor noch nicht besucht) machte mir Sorgen, welche sich aber - zumindest mit den eh unverzichtbaren Stöpseln - als unbegründet herausstellten. Bis auf den ziemlich undefinierten Bass war der Sound in Ordnung.

Musikalisch war's wieder sehr gut, keine Frage. Die Band wirkt optisch etwas zotteliger, aber - wenn möglich - noch eingespielter als im Jahre 2006. Das Programm kam mir aber deutlich weniger entgegen als beim letzten Mal, wo viele der Roxy-Band-Klassiker gegeben, und damit meine Lieblings-Zappa-Phase bedient wurde. Von den hauptsächlich komplex-verspielten Zappa-Nummern gab es direkt zu Beginn die "Dog Breath"-/"Uncle Meat"-Variations sowie als Zugabe - sehr cool - den instrumentalen Hammer "G-Sport Tornado" (meinetwegen auch den Anfang von "What's New in Baltimore?").

Weitere Highlights gab es vor allem dann, wenn der diesjährige Tour-"Special Guest" Ray White seine großartigen Gesangskünste zur Fülle ausspielen konnte, etwa in "City of Tiny Lites" und "The Illinois Enema Bandit". Außerdem wurde bei drei Stück Zappa Senior selig via Video-Projektion ins Konzert integriert, was aber ehrlich gesagt wegen der weniger interessanten Stücke, bei denen dies passierte ("Dumb all over", "Cosmik Debris", "Muffin Man"), keine besonders bemerkenswerten Momente waren, auch wenn es natürlich zumindest immer eine Freude ist, dem Meister selbst beim unverwechselbaren Gitarrensolieren zuzusehen und zu hören. Übrigens bemerkenswert: Dass die Band bei dem scheinbar harmlosen "Doreen" angesichts der Gesangsharmonien am unsichersten wirkte, verdeutlicht, dass auch der oft belächelte Doo-Wop, an den "Doreen" angelehnt ist, seine Tücken haben kann.

Genug gemeckert. Insgesamt war's spaßig. Dennoch: Beim nächten Besuch von "Zappa plays Zappa" in Deutschland, wenn es denn einen geben wird, werde ich vor dem möglichen Konzertbesuch erstmal die Tour-Setlists anschauen, denn wenn schon 57 Euro für eine Cover-Band fällig sein sollen, muss es schon das richtige Programm sein.

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