Weniger ist mehr, Teil 2. Oder doch nicht?
Auch wenn der Gitarrenweise Jan Zehrfeld zu sagen pflegt, dass manchmal mehr mehr ist, ist manchmal mehr eben doch weniger. Zum Beispiel:
In dem aktuell anläßlich des Erscheinens der deutschen Übersetzung von deutschen Feuilletonisten hochgelobten Buch "The Meaning of Life" von Terry Eagleton kann man gegen Ende der Einleitung lesen: "I can at least claim to have written one of the very few meaning-of-life books which does not recount the story of Bertrand Russell and the taxi driver."
In der deutschen Ausgabe ist dieser Satz - im Gegensatz zur englischen Taschenbuchausgabe der Oxford University Press - mit einer Fußnote versehen, in der eben genau die Geschichte von Bertrand Russell und dem Taxifahrer erzählt wird. Dadurch wird der oben zitierte Satz in der deutschen Ausgabe natürlich ad absurdum geführt. Böser Übersetzer?
Ich bin aber zum einen nicht sicher, ob die Fußnote nicht Teil der gebundenen englischen Ausgabe ist und nur im Rahmen der "A Very Short Introduction"-Reihe weggelassen wurde, zum anderen ließe sich durch die Hinzugabe der Fußnote der Satz als reine Ironie lesen, was durchaus zu Eagletons unprätentiöser, amüsanter Schreibweise passen würde.
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