27.10.2006

Volt & Ugh, Kafé Kult, München, 25.10.2006

Etwas erschreckend war's schon, erst zwanzig Minuten nach der offiziellen Anfangszeit im Kafé Kult einzutrudeln und gerade mal sieben weitere Zuschauer vorzufinden. Ein neuer Negativrekord blieb den beiden Bands des Abends aber erspart: Irgendwo her tauchten im Laufe der nächsten Minuten ein dutzende weiterer Besucher auf, so dass es mit ca. zwanzig Anwesenden ein - leider - relativ normaler Kult-Abend wurde. Schade, schade, dass sich das sonstige Hardcore-Publikum nicht zu Ugh! und Volt verirren wollte; musikalisch war der Abend sicherlich ansprechender als viele andere Konzerte an gleicher Stätte.

Ugh! begannen den späten Abend mit ihrem energischen, noisigen "Motor Voodoo Rock" charmant und mitreißend. Ugh!s Musik lebt von vielen verschrobenen ungeraden Taktarten und Taktkombinationen, die dennoch mit Groove und Kraft rotzig aus den Boxen quellen. Gelegentlich glaubte ich sogar, in den schrägeren Passagen (un)sanfte Echos von King Crimson zu vernehmen, aber eben gepaart mit harten Stoner-Sounds.

Die ostdeutschen Volt nennen sich und werden auch Noise-Rocker genannt und klangen für meine beschränkten Begriffe wie eine Kreuzung aus Primus (vor allem im immer wieder ziegenmäßig meckernden Gesang, auch in manchen bass-lastigen Passagen, ohne dabei den Bass so sehr virtuos extrem in den Vordergrund zu stellen wie bei Les Claypools Projekten) mit einer Hardcore-Combo. Auch hier ging's abgehackt-schräg, mit verschachelten Nicht-Standard-Rhythmen ordentlich zur Sache, und überaus laut. Nur dass leider am Ende des Konzerts nur noch etwa so viele Zuhörer übrig waren wie vor Beginn - ob's an dem eher anspruchsvollen musikalischen Programm oder der fortgeschrittenen Stunde lag? Keine Ahnung.

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