Vehikel der Weltraumfahrt
Im Rahmen der allnächtlichen "Space Night" laufen auf BR alpha u.a. des öfteren Wiederholungen einer dreizehnteiligen Sendereihe von 1968 namens "Was sucht der Mensch im Weltall?" In dieser erklärt Prof. Heinz Haber, einer Art Harald Lesch der 60er, die naturwissenschaftlichen und technischen Hintergründe des damals aktuellen Space Race.
Wenn ich des nachts gelegentlich durch die Programme zappe, bleibe ich gerne bei Prof. Haber hängen: Die sehr lo-tech-ige Präsentation, die mich oft an meinen Physik-Schul-Unterricht erinnert, hat viel angestaubten Charme und gleichzeitig beachtlichen Informationswert.
Vor kurzem habe ich mich über eine der Sendungen allerdings (fast) geärgert und konnte zum ersten Mal die Empörung der "68er" über die Generation ihrer Eltern nachvollziehen.
In der vierten Folge, "Vehikel der Weltraumfahrt", erklärt Prof. Haber die Raketentechnik. Dazu "freut er sich", den Original-Antriebsteil einer V2-Rakete vorstellen zu können. Das amerikanische Weltraumprogramm basierte natürlich zu nicht geringen Teilen auf der Vorarbeit, die Wernher von Braun und Co. im Dritten Reich leisteten. Dass Haber aber kein einziges Wort darüber verlor, dass die V2 keine "unschuldige" zivile Rakete, sondern eine Kriegswaffe ("Vergeltungswaffe 2") war, deren Einsatz mehrere tausend Tote zur Folge hatte, und dass sie obendrein wesentlich von Zwangsarbeitern produziert wurde, von denen mehr als 10000 dabei ums Leben kamen - das ist unverständlich und riecht schon zumindest nach Geschichsvergessenheit, wenn nicht sogar nach Verdrängung, und wäre heute wohl undenkbar.
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Kommentare
"In dieser erklärt Prog. Heinz Haber..." Prog ist überall?
Ups. Hab's korrigiert, danke.
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