29.10.2004

Unheimliche Begegnungen der dritten Art, vierter Teil

Langsam scheint es sich zu einer Tradition zu verdichten, daß ich in CD-Abteilungen ansonsten unverdächtiger münchener Läden bizarre Plattenfunde tätige. Wenn obendrein das Blair Witch Project seine Finger im Spiel (oder doch nicht?) hat, wird's unheimlich.

Eigentlich war ich im Drogerie Müller nur, weil ich auf die Schnelle noch ein paar CD-Rohlinge besorgen wollte. Aber wenn ich sch mal da bin und zufällig die CD-Rs im "Müller for Music"-Bereich platziert sind, wäre es nachgeradezu sträflich, nicht einen kurzen Blick durch die Musik-Regale schweifen zu lassen. Also stromerte ich - die vage Hoffnung hegend, der Monks-CD ansichtig zu werden - um die Buchstabe M-Regale. Und was muss, eher "darf" ich finden? Feinsäuberlich unter Maboul, Aksak einsortiert: das Debütalbum der belgischen Original-RIO-Band "Aksak Maboul"! Wie sich dieser obskure, seltsame Mix aus Avantgarde und Weltmusik wohl dahin verirrt hat? Das ist fast so bizarr wie über den beinahe kompletten MIO Records-Katalog im Kaufhaus Beck zu stolpern.

Nähere Inspektion der CD ergab, dass anscheinend das belgische Label Crammed eine relativ aufwändige Reihe mit CD-Wiederauflagen klassischer Alben aus ihrem Programm gestartet hat, darunter übrigens auch eine LP der von Sal empfohlenen Tuxedomoon und eben das Debüt Aksak Mabouls. Mir soll's recht sein. Ich bin nur gespannt, ob von diesen Crammed-CDs noch mehr bei Müller auftauchen werden.

Die Aksak Maboul war übrigens nicht im Produktcomputer von Drogerie Müller registriert... Ich habe also "diverse Waren" erstanden. Der mir nachfolgende Kunde wurde auch Zeuge unheimlicher Dinge: seine "Blair Witch Project"-DVD kommentierte die Kassiererin mit der Frage, ob es das Original oder der nachgespielte sei? Original? Nachgespielt? Ja, der eine sei die wahre Begebenheit, wie es wirklich passiert sei. Und dann gäbe es noch eine Spielfilm-Version, in der die originalen Aufnahmen nachgespielt würden. Sie habe beide gesehen, und beide seien echt schlimm und sie habe tagelang nicht schlafen können. Echt? Hm, da müsse er nachmal nachgucken, meinte der Kunde und verschwand aus der Schlange. Warum wundert es mich jetzt nicht mehr, dass Aksak Maboul zum einen überhaupt vorhanden, zum anderen unter "M" einsortiert waren?

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