28.03.2006

Two Thousand Maniacs!

"Two Thousand Maniacs!" (1964) ist ein Film, der nur darauf wartete, zu einem Remake zu werden. Auch irgendwie passend zu seiner Grundidee: "Two Thousand Maniacs" ist eine Art Anti-"Brigadoon" (Erinnert sich wer? Gene Kelly, Vincente Minelli, Cyd Charisse, Nebel im schottischen Hochland, Menschen in altertümlichen Klamotten, die ohne ersichtlichen Grund zu singen beginnen?)

Zwei Gruppen von Yankee-Pärchen befinden sich 1965 auf einer Autofahrt durch den abgelegenen Süden der USA. Plötzlich geraten sie auf einer Straßenumleitung und finden sich in der Kleinstadt Pleasant Valley wieder, in der gerade eine große 100-Jahr-Feier ansteht, und die Nordstaatler werden bestimmt überredet, als Ehrengäste dem geplanten Barbecue beizuwohnen.

Was sie (noch) nicht wissen: Ohne sie könnte es mangels Grill-Stoff gar kein Barbecue geben... Denn schließlich stellt sich heraus (für einige der "Besucher" allerdings deutlich zu spät): Zum Ende des US-Bürgerkriegs richteten 1865 abtrünnige Unions-Soldaten in der Südstaaten-Kleinstadt Pleasant Valley ein blutiges und grausames Massaker an, das Pleasant Valley mehr oder weniger komplett auslöschte. Zum Jubiläum taucht die Stadt wieder auf, und ihre Wiedergänger-Bewohner planen, es den Nordstaatlern entsprechend heimzuzahlen und haben dafür vom Festkomitee ein abwechslungsreiches Programm erstellen lassen, das von den "Pleasant Valley Boys", dem örtlichen Country-Trio-Trio im Film, mit für den außenstehenden Zuschauer ahnungsvollen reinrassigen Country-Songs begleitet wird (zwar ist "Two Thousand Maniacs!" im Gegensatz zum oben erwähnten "Brigadoon" bei weitem kein Musical, aber die so dargebrachten musikalischen Nummern zwischendrin, tragen viel dazu bei, die bizarre Atmosphäre, die durch die scheinbar so jovialen, letztendlich aber nur irren wiedergekehrten Südstaatler erzeugt wird, zu unterstüzten).

Die sogenannte "Blood Trilogy", ersten drei Filme von Regisseur Herschell Gordon Lewis (ist es ein Zufall, dass die Titelfigur in "Blood Freak" Herschel heißt?) gelten als einige der ersten, wenn nicht sogar die ersten Gore-Filme, sprich: Blut, abgetrennte Gliedmaßen und verwundetes Fleisch werden ganz im Sinne der Exploitation schonungslos zur Schau gestellt. Allerdings ist "Two Thousand Maniacs!" im diesem Sinne im Vergleich mit späteren Filmen vergleichsweise harmlos: Zwar nicht auf Fleischfetzen, so aber doch auf freiliegende Eingeweide oder ähnliches wird verzichtet.

Dazu kommt, dass einschlägigen die Requisiten teilweise leicht als künstlich erkennbar sind, womit wir bei dem oben angesprochenen Remake-Potential wären: zwar gibt es einige herrlich überdrehte Südstaaten-Darsteller zu bewundern, zwar durchdringt "Two Thousand Maniacs!" von vorne bis hinten staubige Früh-Sechziger-Atmosphäre, und auch die Grundidee ist interessant. All dies reicht bereits, um die zweitausend Irren zu einem Underground-Klassiker zu machen - zusammen mit dem Pionierfaktor erst recht. Aber leider plagen den Film technische Probleme, die natürlich an dem Minimal-Budget in Kombination mit den technischen Möglichkeiten der 60er liegen: zwischen Einstellung arg schwankende Lautstärke, leicht verwaschenes Bild. Dazu kommt, dass heutzutage der Gore-Faktor natürlich höher sein kann und dass das Script ein bisschen Straffung und/oder stärkere Ausarbeitung der Spannungsmomente vertragen könnte.

Und offensichtlich sehe ich das nicht alleine so. Denn erst letztes Jahr kam mit "2001 Maniacs" eben ein Remake von "Two Thousand Maniacs!" heraus. Ob's was taugt und das Original verbessert, weiss ich leider (noch) nicht.

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