Top 10 Debütalben
Die Eclipsed-Macher verlistieren sich mal wieder. Dieses Mal (also im April-Heft) sind die "Top 100 der besten Debütalben der Rockgeschichte" dran. Auch ich wurde gebeten, meine zwei Eurocent in Form persönlicher Top 10 in den Topf zu werfen.
Ich bleibe dabei allerdings beim erweiterten Prog-Bereich, weil das erstens nunmal meine Baustelle ist, sofern ich eine habe, und ich mir zweitens beim besten Willen noch viel weniger als im Prog-Bereich im mehr als weiten Feld der "Rockgeschichte" im Allgemeinen zutraue, sämtliche relevanten Debütalben zu kennen und beurteilen zu können (geschweige denn, diese dann auf die 10 wichtigsten runterzubrechen). "Never mind the bollocks" etwa gehört - wohl oder übel - wahrscheinlich in eine solche Liste, geht mir aber ganz schön auf die genau die bollocks, also minde ich als BOF mal ein bisschen rum.
Alla. Die genaue Aufgabe war:
Wie sehen Deine Top 10 der besten (relevant für die Band oder die Stilrichtung oder die Rockgeschichte oder einfach ein besonderes Album!) Debütalben aus?
Im folgenden meine flott getroffene Auswahl, nach Erscheinungsdatum geordnet und mit Sehrkurz-Kommentaren zur Begründung:
Frank Zappa & The Mothers of Invention: Freak Out (1966)
Das erste Album des Meisters als Startpunkt einer einzigartigen, einflussreichen Karriere muss wohl rein.
Soft Machine: Volume 1 (1968)
Das oder Caravans Erstling als (Veröffentlichungs-)Beginn der Canterbury-Szene gehört dazu. Soft Machine sind aber m.E. wichtiger, weil sie damals eng verquickt mit der Londoner Psychedelik-Szene waren, und Pink Floyd werden andere Eclipsedler schon zur Genüge aufführen.
King Crimson: In the Court of the Crimson King (1969)
Die erste deutlich erkennbare Blaupause für das, was kurze Zeit später MOR-"Progressive Rock" sein würde.
Amon Düül II: Phallus Dei (1969)
Stellvertretend für alle früher Krautrocker; hier könnten auch Can, Guru Guru oder Tangerine Dream stehen. Vielleicht auch Faust, wenn sie ein bisschen früher gekommen wären.
Mahavishnu Orchestra: The Inner Mounting Flame (1971)
Die wohl erste Platte, die Jazz und Rock wirklich überzeugend verband.
Premiata Forneria Marconi: Storia Di Un Minuto (1972)
Wunderschön, und obendrein mit Banco zusammen eine der ersten und wichtigsten Bands im zentralen ItaloProg.
Henry Cow: Legend (1973)
Die (musikalische) Geburt dessen, was später RIO getauft wurde.
Marillion: Script For a Jester's Tear (1983)
Nicht unbedingt die beste, aber wohl die wichtigste, bekannteste und einflussreichste derjenigen Bands, die in den 80ern den MOR-Prog unter dem Namen Neoprog am Leben hielten.
Echolyn: Echolyn (1991)
Zwar noch deutlich NeoProg-beeinflusst, aber schon ein Hinweis auf das, was kurz darauf mit Spock's Beard weiter gehen würde.
Änglagard: Hybris (1992)
Eines der ersten und gleichzeitig nach wie vor eines der besten Alben mit reinem RetroProg, mehr als wichtig für die RetroProg-Renaissance der 90er.
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Kommentare
Ah ja, King Crimson gehören also zur Kategorie 'unambitionierte Künstler', sehr schön :-). Sehr netter Glossareintrag übrigens!
MOR steht für "Middle of the Road". Damit ist also der Prog-Mainstream gemeint: Big 4, Ähnliches und Epigonen. Siehe auch
http://www.babyblaue-seiten.de/index.php?content=glossar&glossar=m#72
Da denkt man, dass man schon alles gesehen hat, und dann das: Was ist MOR-Prog?
daniel, KiM
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