25.11.2006

This Island Earth


The supreme excitement of our time!

Ich bin nicht sicher, wie oft sich diesen Spruch schon in Trailern und auf Plakaten für 50er-Jahre-Filme gesehen habe. Auch "This Island Earth" (1955, dt. "Metaluna IV antwortet nicht") wirbt damit - und sicherlich berechtigter als viele andere Scifi-Heuler aus den 50ern. Denn "This Island Earth" ist vergleichsweise aufwändig in Technicolor gedreht. Es gibt hier etwa einige Flugzeugszenen, die nicht, wie so oft, einfach aus allgemeinem Archiv-Material, der sogenannten "Stock footage" setzen, sondern wofür augenscheinlich genügend eigenes Budget vorhanden war.

Bis allerdings wirkliche "Aufregung" einsetzt, lässt sich der Film ca. eine dreiviertelstunde Zeit. Zuerst begleitet der Zuschauer einen Atom-Wissenschaftler, Sunnyboy und Jet-Piloten mit sonorer Stimme und leichtem Elvis-Look namens Dr. Cal Meacham und die mysteriösen Ereignisse, die diesem zustoßen.

Erst bekommt Meachams Flugzeug auf dem Weg zu seiner industriellen Forschungseinrichtung schwere technische Probleme. Aber statt des scheinbar unvermeidlichen Absturzes beginnt sein Jet plötzlich grün zu glühen, ein unerklärliches Fiep-Geräusch ertönt und das Flugzeug landet sicher und sauber selbständig. Die mysteriösen Ereignisse rund um Meacham gehen weiter: Seltsame, fremdartige Elektronik-Bausteine tauchen in seinem Labor auf, dazu ein Katalog mit unbekannten Gerätschaften. Als Wissenschaftler ist Meacham natürlich neugierig und bestellt einen "Interociter".

Dieser kommt in Einzelteilen an, und als Meacham ihn zusammen mit seinem Assistenten erfolgreich zusammengebaut hat, stellt sich heraus, dass es sich dabei um eine Art Intelligenztest handelt: Ein mysteriöser weißhaariger Mann mit sehr hoher Stirn namens "Exeter" stellt sich ihm via den "Interociter" vor und lädt ihn zu ihm und der von ihm versammelten Forschergemeinde ein, die daran arbeite, der Welt Frieden zu bringen. Meacham ist immer noch neugiertung und wird von einem unbemannten, von Exeter ferngesteuerten Flugzeug abgeholt.

Irgendwo in Georgia trifft Meacham Exeter und eine ganze Reihe weiterer Nuklearforscher, die in einer idyllischen, abgeschiedenen Einrichtung im Auftrag Exeters an neuen Formen von Atomenergie arbeiten. Es stellt sich schließlich heraus (Überraschung!), dass Exeter und seine "Assistenten" Außerirdische sind, die die besten irdischen Wissenschaftlicher zu sich gelockt und teilweise mit einer Art Gehirnwäsche gefügig gemacht haben, da ihr Heimatplanet Metaluna neue Energieformen benötigt, um den in ihrem Krieg mit den Zahgons eingesetzten Ionen-Schutzschild aufrecht erhalten zu können, da sonst die Niederlage und Zerstörung ihrer Heimatwelt unabwendbar ist.

Das "Excitement" beginnt im Wesentlichen nach ca. 45 Minuten: Als Meacham und seine ebenfalls dort weilende Kollegin Dr. Ruth Adams (mit der ihn eine gemeinsame Vergangenheit verbindet, die für die Geschichte jedoch keinerlei Auswirkungen hat) per Flugzeug fliehen wollen, werden sie von Exeter und Co. einfach in deren Raumschiff gesaugt und nach Metaluna entführt. Ab dieser Flucht-Szene, in der die Außerirdischen zeigen, dass sie bereit sind, ihre Energiestrahlen nicht nur zu Demonstrationszwecken gegen Gegenstände zu richten, sondern damit auch Menschen zu pulverisieren, entwickelt sich "This Island Earth" zu einem stark auf Effektaufnahmen verschiedener Art und durchaus ansehnliche außerirdische Kulissen und Szenen ausgerichteten interplanetarischen Film, der natürlich trotz der für seine Zeit aufwändigen Machart immer noch den verstaubten Charme der 50er Jahre verströmt, den ich an dieser Art Filmen so liebe.

Eine nette Variante des ewigen Klischees von Asteroiden, die ein Raumschiff bedrohene, ist hier, dass diese von den Feinden der Metalunianer gesteuert werden und deren Hauptangriffswaffe darstellen. Diese Asteroiden sorgen dann auch dafür, dass der Film nach der schließlichen Landung auf Metaluna eine recht seltsame, eindringliche Atmosphäre besitzt: Das ständig im Hintergrund auf die Stadt niederregnende Meteroiden-Bombardment wirkt durchaus verstörend, und ab hier ist "This Island Earth" fast eine Art Kriegsfilm, nur eben ergänzt durch Raumschiffe, futuristisch-expressionistische Kulissen und Mutantenmonster mit scheinbar freiliegenden Hirnen und Scherenklauen.

Inhaltlich der interessanteste Punkt ist, dass Atomkraft hier im Gegensatz zu so vielen 50er-Jahre-Streifen nicht die Bedrohung ausmacht oder Weltkatastrophe verursacht, sondern im Gegenteil eine schützende Technologie ist und die Welt Metaluna am Mangel von Atomenergie zu Grunde geht. Ansonsten wirken andere Filme aus der gleichen Zeit tiefgängiger, was "This Island Earth" aber durch farbige, aufwändige, effektreiche Produktion wieder wettmachen kann.

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