25.11.2008

The Man Without A Body

"The Man Without A Body" (dt. "Der Mann ohne Körper") ist ein bizarrer - eher: absurder - britischer Schwarzweiß-Film. Es schaut so aus, als ob jemand eine coole Idee hatte, dachte, daraus müsse man einen Film machen, aber sich diese Idee nicht sinnvoll in einen Plot einfügen ließ.

Ähnlich wie bei "Der Kopf, der nicht sterben durfte" und vor allem "Donovans Hirn" (nur dass hier der mächtige Industrielle - noch - lebt und nicht der "Kopf ohne Körper" ist) geht es darum, dass der brillante Wissenschafter Dr. Merritt daran arbeitet, Körperteile, speziell Köpfe bzw. Hirne am Leben zu halten, auch ohne dass sie an einem Körper hängen, ja sogar ganze Köpfe zu transplantieren.

Allerdings ist hier der der Wissenschaftler nicht der verrückte Bösewicht, sondern der Spekulant Brussard. Dieser hat nämlich einen unheilbaren Hirntumor und will deshalb Merritt dazu bringen, ihm einen neuen Kopf zu verschaffen, damit er sein Wirtschaftsimperium weiter führen kann.

Yep.

Es ist allerdings nicht so, dass die Figuren im Film bedingungslos davon ausgehen, dass die Kenntnisse und Fähigkeiten eines Menschen nicht im Hirn sitzen. Tatsächlich scheint dies den Beteiligten bewusst zu sein. Schließlich versucht auch Brussard an den auserwählten Kopf sein Wissen weiterzugeben, ihn sogar dazu zu überreden, dass er - der Kopf - Brussard sei... Dass trotzdem jeder bei diesem Plan mitmacht ist seltsam - aber wie gesagt: Jemand hatte eine coole Idee für einen Film, und dann kann man sich natürlich nicht davon abhalten lassen, dass diese Unsinn ist.

Außerdem reicht diese eine Idee natürlich nicht. Neben einer Dreiecksliebesgeschichte zwischen Brussard, dessen junger hübscher Frau und dem Assistenten des Doktors, die die Laufzeit des Films zusätzlich ausfüllen muss, kommt noch eine weitere Absurdität ins Spiel: Natürlich darf es kein x-beliebiger Kopf sein, der verpflanzt wird, sondern der von Nostradamus (der, als er wiederbelebt wird, natürlich perfektes zeitgenössisches Englisch spricht; aber das nur nebenbei). Die Inspiration dafür kommt Brussard bei einem Besuch im Wachsfigurenkabinett.

Nun gut, Spekulantentum hat viel mit Wahrsagerei zu tun, so abwegig ist diese Idee daher nicht einmal, und vielleicht ist es sowieso besser, "The Man Without A Body" eher als Satire (auf Science-Fiction-Filme) zu sehen als als ernsthaften Versuch eines Eintrags ins Genre. Einen gewissen Kuriositätenwert hat er jedenfalls zu bieten - aber nicht wesentlich mehr.

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