The Legend of the 7 Golden Vampires
Ein chinesischer Mönch eines Vampirkultes! Dracula! Van Helsing! Kung Fu Fighting! Huch! Ich beginne schon zu schreiben wie die tatsächlichen Taglines von The Legend of the 7 Golden Vampires lauten: "Hammer Horror! Dragon Thrills! The First Kung Fu Horror Spectacular!", "Black belt vs. black magic!", "It's dynamite!". Ich mein', wer würde bei einer solchen Prämisse nicht schwach werden? Der legendäre Vampirjäger Van Helsing hält Vorlesungen in China, wird von sieben Brüdern zur Hilfe gerufen, deren kleines chinesisches Hinterlanddorf seit Jahrhunderten von sieben mächtigen Vampiren tyrannisiert wird. Gaaaanz zufällig hat sich auch Dracula dort - als Hohepriester des Vampirkultes maskiert - niedergelassen, und so kommt es zur erneuten Konfrontation zwischen Van Helsing und Dracula, nur eben gewürzt durch exotische Kulissen und vor allem einen Haufen Martial Arts.
Diese 1974er-Kooperation der in den fünfziger und sechziger Jahre durch ihre Horror-Filme bekannt gewordenen Hammer Studios und dem Shaw Brother Studio in Hong Kong klingt erstmal wie der totale Trash. Ist es auch. Naja, nicht total. Die Story hat reichlich Logiklöcher, die Masken der chinesischen Obervampire wirken albern und genauso billig wie die anderen Effekte, der trippelnde Gang ihrer untoten Untergebenen reichlich lächerlich, und die überdramatische Musik gibt sich vergebens Mühe, Spannung und Schockelemente zu injezieren, wo einfach keine sind.
Aber erstens macht gerade das natürlich den Spaß und Charme eines solchen Films aus, und zweitens gibt es auch Gutes. Die Kampfszenen etwa sind nicht besonders ausgefallen oder spektakulär, aber dennoch kompetent choreographiert und ausgeführt, insbesondere, da es sich meist um Massenprügeleien mit vielen Mitwirkenden handelt und oft die jeweiligen Kampfpartner übergeben werden. Die Farben und Beleuchtung sind obendrein hübsch stimmungsvoll und üppig, meist in Grün- und Orangetönen. Vor allem aber Peter Cushing als Van Helsing (den er schon im Original-Hammer-Dracula 1958 gab) macht eine wirklich gute Figur, ein echter distinguierter Gentlemen, der strahlt weltmännische Gelassenheit ausstrahlt, im rechten Moment aber auch eine Fackel als Pflock einzusetzen weiß. Eine nette Abwechslung vom Happy End-Einerlei und halbwegs überraschend war auch, wie viele der "Guten" während des großen Endkampfs ins Gras beißen mussten (im Übrigen ist der Film zwar nicht sonderlich blutig, aber gelegentlich recht brutal, zumindest brutaler, als ich es von einer solchen Produktion erwartet hätte). Dies macht zusätzlich deutlich, dass es sich bei der Grundgeschichte um eine Variation von "Sieben Samurai"/"Die glorreichen Sieben" handelt, nur dass eben hier die sieben eigentlich Kämpfer aus dem betroffenen Dorf stammen und sich nur Hilfe in Form von Know-How (eben Van Helsing) herbeirufen müssen.
(Man könnte den Film auch als soziopolitischen Kommentar lesen:
Während die technokratische Elite Chinas Van Helsings in seinen Vorlesungen vorgetragenes Wissen ablehnt, gelingt es den Bauern, sich durch Import westlichen Gedankenguts von ihren chinesischen Unterdrückern zu befreien.
Aber vielleicht wäre das überinterpretiert...)
"The Legend of the 7 Golden Vampires" ist sicher weder ein Meilenstein des Horro-Genres (insbesondere, da es kaum etwas zum fürchten darin gibt) noch der Kung Fu-Filme, macht in der Kombination beider aber trotzdem Spaß, wenn man schlicht coolen Trash als solchen genießen kann.
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