The Beyond
Nach längerer Zeit der vorwiegenden Beschäftigung mit Martial-Arts-Filmen und (SciFi-)Trash hatte ich wieder einmal Lust auf einen zünftigen Zombie-Streifen. Da liegt der Griff zu einem Werk von Altmeister Lucio Fulci nahe: "The Beyond" (dt. "Geisterstadt der Zombies"), der von der Geschichte her lose mit "Gates of Hell" a.k.a. "Ein Zombie hing am Glockenseil" verbunden ist: In beiden spielt eines der sieben Tore zur Hölle eine wesentliche Rolle. Anscheinend sollten "Gates of Hell" und "The Beyond" die ersten zwei Teile einer themenverwandten Filmtrilogie werden; ein dritte Eintrag wurde aber meines Wissens nie gedreht.
A propos Tore zur Hölle / in die Unterwelt: Es ist auffällig, dass solche fast immer an Plätzen sind, in denen viele Menschen zusammenkommen oder -kamen: Kirchen, Schulen, Friedhöfe und Co bzw. einem verlassenen Hotel bei "The Beyond". Echos des Sartre'schen "Die Hölle, das sind die Anderen"? Zu dieser so isoliert genommen eher schlichten Maxime passt auch der "schlichte" (sprich: kaum vorhandene) Plot des Films. Eine hübsche junge Frau erbt ein verlassenes, verfallenes Hotel. Bei den Renovierungsarbeiten kommt es zu seltsamen Unfällen, die sich darauf zurück führen lassen, dass eben dort eines der oben erwähnten Tore zu Hölle ist und daher die Tote als Untote zu wandeln beginnen. Aus irgendwelchen Gründen kommen außerdem fresswütige Vogelspinnen und scheinbar belebte Gläser mit Säure ins Spiel.
Aber was soll's? Eine Fulci-Film schaut man sich nicht wegen der Geschichte an, sondern wegen - hoffentlich - der seltsam-surrealen Atmosphäre und - vor allem - wegen der Gore-Exzesse. Von ersterer wird in etlichen stimmungsvoll-ruhigen Einstellungen einige geboten (wobei ich "Gates of Hell" insgesamt eindringlicher finde), und Gore gibt es (fast) kübelweise. OK, die Ekeleffekte sind nicht immer überzeugend im Sinne von "Lebensechtheit", aber die Absicht bei zerschmelzenden Gesichtern und klaffenden Wunden ist immer deutlich erkennbar. Insbesondere hat es Fulci mal wieder (vgl. "Woodoo") heftig mit dem menschlichen Auge, zielsicher in eine wahrscheinlich weit verbreitete Phobie vorstoßend, pun intended. Hat schon "Autsch"-Faktor. Wenn man "Filmgenuss" auf diesen und ein paar schöne Einstellungen reduzieren kann, ist man mit "The Beyond" gut bedient; nur stringente Logik sowie nachvollziehbare und entwickelte Charaktere darf man nicht erwarten.
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