The Angry Red Planet
Dass viele Science-Fiction-Filme im Grunde nur futuristisch verbrämte Western sind, ist spätestens seit Gene Roddenberry seine bekannte Fersehserie "Star Trek" nannte (Arbeitstitel: "Wagon Train to the stars"; "Wagon Train" war eine Western-Serie, und Roddenberry hatte zuvor bereits eine weitere Western-Serie namens "Have gun, will travel" betreut) nahezu Allgemeinwissen.
Auch "The Angry Red Planet" (dt. "Weltraumschiff MR-1 gibt keine Antwort") macht dabei keine Ausnahme. Der Treck in den Westen wird zum Flug zum Mars, das Fort zum gelandeten Raumschiff und die scheuen Indianer zu Mars-Bewohnern.
Dazu passt auch das Gehabe der menschlichen Raumschiff-Besatzung. Zwar besteht diese nominell mindestens zur Hälfte aus Wissenschaftlern, scheint aber trotzdem eher dem Leitsatz "erst schießen, dann fragen" zu folgen: Kaum gelandet werden keine Untersuchungen gemacht oder Proben gesammelt, sondern erst einmal das mitgebrachte Strahlen-Gefrier-Gewehr an der Mars-Flora ausprobiert. Kein Wunder, dass die einzige Botschaft der Mars-Bewohner, die den Film über mit gutem Grund versteckt bleiben, für die Menschen der Satz "technologisch seid Ihr erwachsen, aber spirituell Kinder" wird, der im Übrigen auch ein von einem weisen Indianerhäuptling an schießwütige Bleichgesichtern in einem Western adressiert hätte sein können.
Vielleicht liegt es auch an dieser Ähnlichkeit mit dem Western-Genre, dass SciFi-Entdecker-Filme (also Streifen, in denen Menschen zu fernen Sternen aufbrechen) oft etwas dröger daher kommen als die aus dem "Aliens greifen an!"-Genre (natürlich gibt es auch hier das Potential zu wunderbaren Geschichten und originellen Ausarbeitungen, sei es in philosophischer Hinsicht, sei es filmtechnisch). Zum einen wurden solche Geschichten auch eben in anderen Genres erzählt. Zum anderen berührt ein Angriff einer möglicherweise technologisch hoch überlegenen außerirdischen Rasse auf unsere Heimatwelt stärker mögliche Urängste, die durch weit entfernte Abenteuer nicht ausgelöst werden, so spektakulär und mitreißend erzählt diese auch sein mögen. Und, nicht zu unterschätzen, einen tatsächlich bedrohlich wirkenden Alien zu erschaffen, ist eine hohe Kunst, und selbst wenn dies kläglich scheitert, bleibt eben immer noch die Hoffnung auf jede Menge unfreiwilliger Komik, die in etlichen B-Movies dieser Art auch auf's Köstlichste erfüllt wird (obwohl... mit dem Riesen-Amöben-Blob oder der monströsen Kreuzung aus Spinne und Fledermaus in "The Angry Red Planet" wird dies auch in einem Entdecker-Film geboten...)
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