Swamp Room Manie im Kafe Kult
"A Mindblowing Psych, Stoner, Garage Spacerock Freak Out Party From The Underground". Jo. Psych? Jo, bißchen. Stoner? Jo. Spacerock? Jo, bißchen. Garage? Jo, ein Haufen. Mindblowing? Nicht so sehr.
Am Samstag war im Kafe Kult die Münchner Auflage des vom Swamp Room Label organisierten Festivals. Für freundliche 12 Euro Eintritt gab's einen Haufen Bands in verdaulichen Häppchen von jeweils einer halben Stunde bis Stunde Auftrittslänge. Klasse war dabei, dass beide im Kult zur Verfügung stehende Bühnen (die kleine im Kafe, die grosse im Saal) abwechselnd genutzt wurden, so dass zum einen keine grossen Umbaupausen entstanden, zum anderen immer eine Rückzugsmöglichkeit vorhanden war, wenn man sich gerade mal halbwegs in Ruhe unterhalten wollte.
Los ging's mir einer deutschen Band, deren Namen ich leider nicht mehr weiss... Sorry. Das war ganz netter, wenn auch etwas rauher harter Psychedelic Rock, der die halbe Stunde, die der Auftritt dauerte, Spass machte. Nur die gebellten Vocals waren störend: der Keyboarder, der die Begleitstimme übernahm, sang m.E. besser als der hauptsingende Gitarrist.
Danach, sofern ich mich recht entsinne, Ufomammut aus Italien. Puh, was ein Gebrate. Eigentlich war es schnurzegal, ob Bass oder Gitarre gleichzeitig spielten. Wenn nur einer von beiden zugange war, war das Ergebnis das gleiche: Gebratze. Braaaaaaaattttt. Braaaaaaatt. Dazu vom Schlagzeug: Klopp! Klopp! Fratzeschneid! Klopp. Und vom Keyboard (wildgewordener Staubsauger der Marke Korg MS10): zwitscher, blubber, zwitscher. Von Notebook: Sprachsample. Sprachsample. Ähnlich einfallslos wie diese Beschreibung war die Musik. Ein paar Minuten war das ja nett, aber auf die Dauer reichlich öde.
Im Kafe ging's anschliessend mit den Davolinas weiter. Musikalisch wenig aufregender Garagenrock mit einer sehr guten Sängerin mit einer Stimme zwischen Janis Joplin und David Surkamp, die bei einer besseren Band auch besser aufgehoben wäre.
Die musikalische Einigermassen-Rettung des Abends kam mit Colour Haze aus München. Stoner Rock, aber mit interessanter Gitarrenarbeit und wenigstens interessanterer, variabler Rhythmik. Das machte Spass, und eines der Colour Haze-Alben werde ich mir bei Gelegenheit besorgen, am besten "Los sounds de krauts", das dank Doppel-CD-Länge mit kistenweise Longtracks obendrein die Anforderungen an ein Megalomanisches Monsteralbum zu erfüllen scheint.
Die Sumpfmanie ging nach Colour Haze noch lange weiter, aber nach dem die folgende Band, deren Namen ich auch schon wieder vergessen habe, zwei Stücke lang ziemlich punkig-uninteressant klang, machte ich mich auf den Heimweg.
Trotz der musikalischen eher mageren Ausbeute erweist sich das Kult zum wiederholten Mal als eine wirklich interessante Lokalität, diesmal für etwas Festival-artiges. Vielleicht sollte man es bei Gelegenheit als möglichen Ort für eine der vielleicht doch noch kommenden ProgParades ins Spiel bringen. Schaunmermal.
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Kommentare
Wer Ufomammut scheiße findet,
sollte sich nicht anmaßen über Musik zu urteilen.
Gute Nacht
Liquid Visions habe ich schon mal live gesehen (bei einem der Eclipsed-Festivals), deshalb hielt sich mein schlechtes Gewissen wegen des frühen Abflugs in Grenzen ;-)
Colour Haze gefällt mir übrigens auch auf CD hervorragend (Los sounds de krauts und das aktuelle Album nenne ich inzwischen mein eigen), insofern hat sich der Besuch sowieso gelohnt :-) Beim Mod/Beat-Festival in der Tonhalle werden wir uns dann wohl wiedersehen (oder ich zumindest Dich auf der Buehne :-))
tja dann hast Du mit Hypnos 69 und Liquid Visions aber die Space Rock und Psychedelic Bands - und hiervon auch wirklich zwei absolute Hochkaräter! - wirklich verpaßt, insofern bedürfen Deine "Jo's" wohl der Korrektur... ;-)Schade, etwas mehr Geduld und Du wärst vielleicht etwas beglückter heimgegangen. ;-) Das Konzept des Swamp Room Happenings und der Swamp Room Mania ist ja gerade, daß man eine große Stilvielfalt zusammenbringt - von Drone/Doom (Ufomammut) über Stonerrock (meinswegen CH) bis hin zu Psychedlic Rock (Liquid Visions) - da muß ja nicht immer alles allen gefallen...Die Athmosphäre war jedenfalls super und die Bands waren alle auf ihre eigene Art hervorragend, wie ich finde und wie ich's sonst von Besuchern so gehört habe.
Die erste Band des Abends hieß übrigens Desert in Bloom
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