Sume-rischer Prog?
Manchmal geht die Adoptionsfreude der Prog-Gemeinde auf der Suche nach verschollenen Schätzen aus aller Welt vielleicht einen Schritt zu weit. Die Band "Sume" z.B. war wohl eine der ersten Rock-/Pop-Gruppen Grönlands überhaupt - und wird mit ihren drei Alben in der GEPR sowie bei Gnosis gelistet. Die beiden Sume-Alben, die ich inzwischen habe hören können, rechtfertigen dies musikalisch aber kaum.
OK, gelegentlicht wirkt die Musik ein bisschen psychedelisch, inklusive rotziger Fuzzgitarre, aber nicht unbedingt mehr, als es bei vielen Produktionen Anfang bis Mitte der Siebziger der Fall war. Ansonsten handelt es sich eher um recht entspannten Rock/Pop mit Westcoast-Einflüssen, der vor allem durch den Gesang in einer "exotischen" Sprache (ich nehme an, es handelt sich Kalaallisut/Grönländisch; wie Dänisch klingt es jedenfalls nicht) und gelegentliches Einbeziehen folkloristischer Elemente einen leicht exotischen Anstrich hat. Für Pop-Historiker ist dies auf jeden Fall eine interessante Fußnote wert, aber wenn man "Inuit Nunaat" (1974) oder "Sume" (1976) einem unbedaften Hörer vorspielen würde, käme er wohl kaum auf die Idee, dies "Progressive Rock" zu nennen.
Aber vielleicht habe ich auch einfach nur die beiden falschen Alben gehört, denn ausgerechnet dasjenige, das ich nicht kenne, wird in der GEPR als Prog "Jazz/Rock concept album" bezeichnet. Und so geht die Suche weiter - denn die Hoffnung stirbt wie immer zuletzt.
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