Stöpsel
Ich gehe zwar nicht übermäßig viel auf Konzerte und so gut wie nie irgendwohin, wo Nicht-Live-Musik in unerträglicher Lautstärke läuft, aber nachdem die meisten Live-Konzerte lauter sind als es für den Körper (und meist auch die Musik) noch gut ist, ist ein Gehörschutz leider ein Muss. Obwohl ich jetzt ein paar Jahre lang mit den E.A.R.-UltraTech-Plugs eigentlich gut gefahren bin, habe ich mich vor ein paar Wochen doch dafür entschieden, in den deutlich teureren Apfel zu beissen und mir beim Hörgeräteakustiker einen angepassten Gehörschutz der Firma Elacin mit einem 15-DB-Filter (also "Elacin ER-15", falls jemand's genau wissen will) anfertigen zu lassen.
Dies hatte mehrere Gründe:
1. Die individuell über zwei Silikon-Abdrücke auf jeden Gehörgang angepassenten Stöpsel sitzen schlicht deutlich bequemer als die alten Lamellen-Plugs, die insbesondere nach längerer Tragezeit doch zu drücken begannen.
2. Für den Musikfreund natürlich ein entscheidender Faktor: Der Sound ist tatsächlich deutlich besser. Zwar ist die Dämpfung der Elacins nicht hundertprozent linear über den kompletten Frequenzbereich, aber doch hörbar ausgeglichener als bei den UltraTechs, die den Klang merklich dumpfer machten, auch wenn diese wiederum besser sind als z.B. die gelben Schaumstoffteile aus der Apotheke, die ich vorher benutzte.
3. Ich sehe beim Tragen der Stöpsel nicht mehr aus, als ob mir kleine Plastikantennen aus den Ohren wachsen (was natürlich den Nachteil hat, dass ich bei ungebührlichem Verhalten nicht mehr behaupten kann, ich werde von Außerirdischen ferngesteuert).
Den ersten Härtetest beim Colour-Haze-Konzert hat der neue Gehörschutz jedenfalls überzeugend bewältigt. Nur habe ich das Gefühl, dass ich vielleicht sogar die wechselbaren 15-DB-Filter durch 25-DB-Filter ergänzen möchte. Die vorhandene Dämpfung war zwar ausreichend, aber mich hätte es nicht gestört, wenn's noch leider geworden wäre. Ich werd' halt alt.
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Kommentare
Meiner Erfahrung nach reichen auch 25 dB manchmal nicht aus, z.B. auf Metal-Konzerten (auf die du zwar eh nicht gehst, aber egal).
Ich benutze solche Stöpsel seit sechs Jahren und wüsste nicht, was ich ohne sie machen würde. Ich habe vorher auch die gelben Schaumstoffteile benutzt, wenn ich Konzerte besucht habe. Schon als Teenager (lang, lang ... laaang ist's her) war es mir unbegreiflich, wieso Menschen sich das Gehör malträtieren (und sogar schädigen), indem sie sich mehrere Stunden lang einer Belastung von 100dB und mehr aussetzen (wir mit den Stöpseln waren immer die verschwindend kleine Minderheit). Die Investition in einen angepassten Gehörschutz lohnt sich auf jeden Fall, sind die Teile doch viel billiger als später ein Hörgerät.
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