Stammtischtest, Runde 8: Hacherlgarten
Eigentlich war für die nächste Runde unseres p-dt_sued-Stammtischtest (siehe Stammtischtest, Runde 7) das Carlitos in der Ohlmüllerstraße am Fuße des Nockherbergs geplant. Nachdem dort aber wegen einer großen Feier das komplette Lokal belegt war, mußten wir kurzfristig ausweichen. Ralf, der das Carlitos vorgeschlagen hatte, hat dann als Nicht-Progger in unserer Runde auch eine wenig progressive ;-) Ausweichmöglichkeit organisiert: der Hacherlgarten am Mariahilfplatz (direkt an der gleichnamigen Tramhaltestelle), nicht weit vom Carlitos.
Solange ich da war, saßen wir im Biergarten, deshalb kann ich die Inneneinrichtung nicht kommentieren. Biergarten, Bedienung und Publikum machten jedenfalls einen sehr bodenständig-bayerischen Eindruck... Wir Neuankömmlinge / Eindringlinge schienen unter besonderer Beobachtung zu stehen, was allerdings auch bedeutete, dass die Bedienung stets aufmerksam und immer schnell war. Das Essen war ebenfalls eher von traditioneller Art: Hackbraten, Schnitzel und Co. Mein "Zigeuner-Hackbraten" war zwar keine kulinarische Offenbarung, aber für 5 Euro habe ich die auch nicht erwartet: die Gerichte auf der Tages-/Wochenkarte sind teils recht günstig, teils normalpreisig. Der Biergarten selbst, typisch unter grossen schattigen Bäumen, war leider etwas zu laut, da er direkt an der Ohlmüller-/Nockherbergstraße mit entsprechendem Verkehr liegt.
Fazit: als Ausweichmöglichkeit OK, aber als permanentes Basislager eher nicht.
Abgesehen vom Kneipentest-Charakter zauberte Thorsten aus den unauslotbaren Tiefen seiner Jeansjacke stapelweise CDs hervor, die in einem Paket für die München-Guerilla von unserem Lieblingsdealer Charly H. aus W. steckten. Für mich waren auch ein paar dabei: Magentas neueste, "Seven" (melodischer Retroprog, unaufregend, aber nett gemacht), "Universal Radio" von Dragon (klassischer Prog aus Neuseeland im handgemachten Japan-Mini-LP-Sleeve) sowie zwei nicht-bestellte CDs zum Antesten, die Charly mir so mitgegeben hat, weil er genau weiß, daß ich doch nicht nein sagen kann :-): "La Folle" von "Mama" Bea Tekielski (WTF? Keine Ahnung, was mich da erwartet... Französischer Stoff von 1976. Zeuhliges vielleicht?) sowie "Present Time" von Michael Zentner, soweit ich mich an mein Gespräch mit Charly bei Ritual/Anekdoten erinnere, ist dies Jazzrock von ca. 1980, allerdings unter Mitwirkung etlicher Canterbury- und RIO-Größen (Fred Frith, John Greaves, Daevid Allen, Peter Blegvad, Percy Jones, Frank Wyatt und mehr). Ich weiss also, was ich die nächsten Tage zu tun habe...
Nachtrag: "La Folle" von "Mama" Bea Tekielski scheint mehr Acid Folk / Chanson zu sein, nachdem ich kurz reingehört habe. Seltsam, aber nicht uninteressant. Ein intensiver Hördurchgang steht allerdings noch aus.
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