Stammtischtest, Runde 20: Hechtsprung ins Trockene nach den kleinen Propheten
Feuerwerk mal anders.
Gestern abend sollte beim Münchener Theatron Musiksommer - ein den ganzen August andauerndes Open Air-Festival mit kostenloser Live-Musik - nach zwei Konzerten ein Feuerwerk stattfinden. Das nahmen wir zum Anlass, den wöchentlichen Stammtisch nach dort zu verlegen. Angesichts der Wetterprognosen war das vielleicht ein wenig leichtsinnig, andererseits war München trotz ähnlicher Vorhersagen in den letzten Tagen immer wieder von den angekündigten Gewittern verschont geblieben. Das konnte natürlich nicht so bleiben.
Während die Band "Die kleinen Propheten" ihren Auftritt begann, brauten sich am Horizont immer mehr unheilschwangere Düsterwolken zusammen. Beim Theatron wurden "Die kleinen Propheten" als Indierock angekündigt. Das ist natürlich nicht wirklich aussagekräftig, und ich werde noch ein paar weitere wenig hilfreiche Schubladen aufziehen: Alternative mit Britpop und einer ordentlichen Portion Postrock sowie sogar neoproggigen Passagen (Ur-NPWE Uwe wird wahrscheinlich widersprechen?). Das Konzert fing zwar ein bisschen lahm an, wurde aber besser, auch wenn mir bei den ansatzweisen Krachorgien mancher Passagen die letzte Konsequenz fehlte, um wirklich orgiastische Stimmung aufkommen zu lassen. Allerdings ist das Open Air nicht so einfach zu erreichen wie etwa in einer Club-Umgebung oder einer gut gefüllten kleinen Halle.
Jedenfalls kamen "Die kleinen Propheten" nicht dazu, ihren Auftritt auszuspielen: zu erzürnt war anscheinend der Wettergott. Wind, erste Tropfen, Unwetter: Blitz und Donner als vorgezogenes Ersatzfeuerwerk. Gottseidank gibt es auf dem Olympia-Gelände genug überdachte Flächen, so daß wir uns mit 500 Mitleidtragenden unter 50 Quadratmetern Plane zusammenkuschelten, bis das Schlimmste überstanden war. Das Wetter war allerdings immer noch nicht einladend genug, um den Abend im Freien fortzusetzen. Wir beschlossen irgendwo hinzugehen, wo es warm und vor allem trocken war. Also gingen wir ins Schwimmbad.
Das von Marko vorgeschlagene "Hechtsprung" befindet sich im Dantebad, einem Freibad ganz in der Nähe des Olympiaparks und bietet eine interessante Einrichtung und Breitwand-Blick auf's Schwimmbecken, an dem neben tresenartigen Plätzen auch zwei kostenlose Internet-Stationen installiert sind. Der Rest des länglichen Raums besteht neben der Theke aus einem einzigen Tisch mit Bänken: ein verglastes Achter-Ruder-Boot. Nett und originell, allerdings nicht wirklich gemütlich. Die Preise für Speisen (die meisten unter 10 Euro) und Getränke sind fair.
Als Stammtisch-Stützpunkt kommt das Hechtsprung wegen der zwar interessanten, aber mehr kalten als kuschligen Atmosphäre sowie der weniger verkehrsgünstigen Lage kaum in Frage, aber als Ausweich-Ort war es perfekt, und wenn man in der Nähe des Olympia-Parks günstig Essen möchte, bietet es sich definitiv an.
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Kommentare
Nundenn..... da Udo mich direkt anspricht und einen Kommentar erwartet : here it is ! Also Erstens: Der Bandname, so wie ich ihn anfangs rein akustisch ins Ohr bekam, lautet: Kleine Proleten. Aber Ansätze von Neoprog ...... also mMn eher nicht. Wolli kam im laufe des 2.Stückes, namens Schwarzer Krauser. Und fragte : ist das Sigor Ros? Daraus ergibt sich : Macht Sigur Ros Neoprog? Nungut, Udos Gehör ist geschulter als das meine und seine musikanalytischen Fähigkeiten den meinen um Welten überlegen...... insofern ist mir vielleicht beim Bierholen die Abfolge der 3 Töne entgangen, die die Assoziation zum Neoprog begründen. Aber nun wolln wir mal nicht Haare spalten: Das was die Jungs bis zum wetterbedingten Abruch gespielt haben war das schlechteste nicht, als Anreiz zum Kauf der CD hats aber auch nicht gereicht.
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