10.01.2007

SPL / Saat po long / Sha po lang / Kill Zone

Fast wäre "SPL" auch im Kampfkunst-Sammeleintrag gelandet, aber in den dortigen Rahmen klassischer Kung-Fu-Filme hätte dieses Polizistendrama nicht recht gepasst, auch wenn "SPL" sich in Person von Donnie Yen (mit dem traurigen Gesicht, ein bisschen wie ein wesentlich weniger verknitterter Bogart) einen Darsteller mit "Iron Monkey" teilt, auch Sammo Hung zu den Legenden des klassischen Hong-Kong-Kinos gehört und es obendrein auch einige herzhafte Kampfeinlagen gibt (die allerdings einen vergleichsweise kleinen Teil der Laufzeit ausmachen). Aber das Hauptaugenmerk in "SPL" liegt auf der Geschichte, die in bestechend moderner Optik präsentiert wird:

Chan Kwok Chung, ein Polizist mit Hirntumor will in seinen letzten Diensttagen mit allen Mitteln versuchen, den mächtigen Gangsterboss Wong Po (Sammo Hung in ungewohnter Rolle als finsterer Bösewicht mit dennoch menschlichen Seiten) dingfest zu machen, der einige Jahre zuvor einen wichtigen Zeugen unter Chungs Schutz ermorden ließ, worauf er sich um dessen verweiste junge Tochter kümmerte. Dazu greifen Chung und sein eingeschworenes Team zu illegalen Methoden wie Beweisfälschung und -unterdrückung, während gleichzeitig Chungs Nachfolger Ma Kwan (Donnie Yen) zu ihnen stößt und eingearbeitet werden soll. Jeder aus dem Polizistenteam schleppt bei dem ganzen seine privaten Probleme mit sich: Die Mischung aus Gerechtigkeitssinn und Schuldgefühlen im Job spiegelt sich auch in ihrem Leben.

Das Hong Kong in "SPL" wirkt modern, urban, kontrastreich. Das urbane, zeitgenössische Ambiente wird von Wilson Yips stilvoller, lakonischer, aber dennoch einfühlsamer Regie mit interessanten Kameraeinstellungen inszeniert und die Ruhe der restlichen Einstellung kontrastiert effektvoll mit den harten, schnellen Fights, die sich logisch aus dem Gang der Geschichte entwickeln. Dabei wird nicht nur elegantes Kung Fu benutzt, sondern es geht ordentlich zur Sache, teilweise sogar mit Wurftechniken, die fast an Wrestling erinnern.

Insgesamt eine gelungene Mischung aus melancholisch-lakonischem, aber hochpoliertem Gangster-Drama und Martial Arts.

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