Spacemen / Assignment: Outer Space
"Assignment: Outer Space" (it. Originaltitel "Spacemen") war Antonio Margheritis ("Gamma Uno Tetralogie") erste Regiearbeit, und damit ist ihm gleich in interessantes Kleinod zwischen Space Opera und philosophischem Kammerspiel gelungen. Aufhänger der Geschichte ist, dass der Reporter Ray Peterson ins All geschickt wird, um Strahlungsschwankungen zu untersuchen. Dabei gerät er in eine riskante Rettungsaktion, als das führerlose Raumschiff "Alpha 2", das nur noch von seinem "Elektronenhirn" gesteuert wird, droht, mit seinem neuartigen Strahlungsschutzschild die gesamte Erde zu zerstören.
Petersons Aufgabe im Film ist zweierlei: Zum einen ist er unter den ganzen erfahrenen Raumfahrer der Außenseiter und Neuling, mit dem sich der Zuschauer identifizieren kann. Zum anderen verstärkt diese seine Situation die Aussage des Films, dass der Mensch im All immer fremd sein wird: "Please keep to your place." weist ihn der Kommandant der Raumstation an, "What place?" antwortet Peterson und beginnt, schwerelos zu schweben.
Was man auch als philosophische Reflektion lesen könnte: Das der Mensch in seinem Leben immer in der Fremde ist: metaphorische Anklänge an Geburt (die Ausstiege aus den schützenden Blasen der Raumschiffe in den Raum) und Tod durchziehen den kompletten Film, etwa wenn die Kisten, in denen die Astronauten für ihre Raumreisen im künstlichen Tiefschlaf gehalten werden, "Särge" genannt werden. Gleichzeitig entspricht das Erwachen mitten im All einer Art zweiter Geburt: Der Neuling ist vollkommen ahnungslos in eine fremde, vollkommen neue Umgebung geworfen, in der er sich zurecht zu finden lernen muss, und dabei kann ihm niemand helfen: "We're outside." "Outside where?" "Outside everywhere" und "Son, you don't know anything yet." und "Explain to me, what's going on?" "That you'll have to find out for yourself."
Dazu passt die Bedrohung der Erde durch das "abtrünnige", "entmenschlichte" Raumschiff: Die Zerstörung der Erde würde die Heimatlosigkeit des Menschen im All endgültig machen. Natürlich wird diese Bedrohung abgewendet, in dem es Peterson schafft, zwischen den beiden Hälften des tödlichen Kraftfelds einen Weg ins Innere des Schiffs zu finden. Aber selbst danach wiederholt sich die Thematik wieder: Gefangen in "Alpha 2" in lebensfeindlicher Umwelt ist er isoliert und muss selbst gerettet und wieder in die Gemeinschaft aufgenommen werden.
Leider sind der Farben der Version des Films auf dem "Scifi Classics Collection 50 Movie Pack" sehr verwaschen, so dass er fast wie ein Schwarzweißfilm wirkt. Dies unterstreicht zwar den Ultra-Low-Budget-Charakter, den "Assignment: Outer Space" so oder so hat, ist aber trotzdem schade. Die Raumschiffe und Raumstationen haben alle eher das Flair von Werk- und Arbeitsstätten; von Utopie ist hier kaum eine Spur. Selbst Pflanzen dienen nicht der Verschönerung, sondern erfüllen nur einen Zweck, nämlich lebenswichtigen Sauerstoff zu produzieren. Die Trick- und Modell aufnahmen mit den von späteren Margheriti-Filmen bekannten Raumschiff-Bunserbrenner-Antrieben verströmen jedenfalls wieder naiven Charme.
Dass eine der Explosionen im Film ganz offensichtlich irgendwo auf einem Parkplatz gefilmt wurde, stört mich dabei nicht weiter. Wobei sich dadurch ein kleines Enigma ergibt, wenn es stimmt, was einige der Kommentatoren behaupten: Dass man dort nämlich einen geparkten Chevrolet erkennen könne. Dass ein solches amerikanischen Automodell in einer italienischen Trick-Aufnahme in einem Film von 1960 vorkommen solle, wäre verwunderlich und ließe eher vermuten, dass der amerikanische Verleih wieder einmal an einem ausländischen Film mit nachträglich hineingeschnittenen Szenen herumgepfuscht hat - und nicht zu dessen Vorteil.
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