31.01.2007

So 'ne Besuch beim Zoll... - The next generation

Der Ausdruck "jwd" hat für mich erst gestern eine wirklich greifbare Bedeutung bekommen, namentlich das neue Zollamt in Garching-Hochbrück. Zwar war schon der Gang zum Hauptzollamt in der Landsberger Straße eine lästige Angelegenheit, und die scheinbar kilometerlangen menschenleeren Flure dort ließen schnell ein Gefühl kafkaesker Verlorenheit aufkommen. Aber die Post-Zollabfertigung für München nach Garching-Hochbrück umzuziehen, das eröffnet neue Dimensionen von Raumgefühl.

Nicht nur, dass man ersteinmal hinter der Münchner Stadtgrenze minutenlang mit der U-Bahn (aber oberirdisch) durch's offene Land fährt. Wenn man dann an der Zielhaltestelle angelangt ist, folgt auch noch ein (bei strammem Gehen) 10minütiger Spaziergang, der jenseits die Grenzen bevölkerten Gebiets führt. So scheint es jedenfalls, denn bevor man die Dieselstraße erreicht, endet das umliegende Gewerbegebiet scheinbar. Erst nachdem man ein wenig an einer Landstraße entlang getappt ist, kommt man an einen Kreisverkehr, an dem ein Schild in Richtung Zollamt weist. Wenn man diesem folgt, tauchen unvermittelt aus dem Nichts und Nebel der Verzweiflung doch noch ein paar Gebäude auf. Dieselstraße 1, 3, 5 und 7 sind schnell passiert. Fein, denn Nummer 9 ist das Ziel - das nach Nummer 7 noch lange nicht erreicht ist, denn man muss erstmal einen gefühlten Kilometer an einem Lagergelände entlang laufen, bevor am hinteren Ende des Gebäudes der Eingang zum Zollamt am Horizont erscheint. Wenigstens sind innen dann die Wege kurz.

Gelernt haben die Zoller auch: Die Monitore der Mitarbeiter sind im neuen Amt nicht mehr von der Publikumsseite aus einsehbar, so dass man noch ungestörter seinem Solitaire-Spiel nachgehen kann. Denn solitär muss man sich da draußen fühlen. Wohl aber nicht einsam genug, um Kundenkontakt zu schätzen: Während ich abgefertig wurde, trafen zwei asiatische Männer ein, die offensichtlich kein oder nur kaum Deutsch sprachen und dementsprechend die Beamten auf Englisch anredeten. Woraufhin sie in sehr passablem Englisch die Antwort bekamen: "The official language is German, please speak German." Die Welt zu Gast bei Freunden.

Kommentare

Im vergangen Jahr, ich glaube es war im November, schickte ich eine DVD Pacific Bestellung ab. Ich hatte auf Anraten vom Affenheimtheaterbesitzer die Anime DVD "Witch Hunter Robin - Anime Legends Complete Collection" bestellt, da es sie bei DVD Pacific äußerst günstig gab. Und nun landet es im Zollamt Garching.

Nachdem ich hab mich gar nicht darüber beschwert habe, dass die Monitore nicht mehr einsehbar sind, wie sie es im alten Hauptzollamt waren, sondern dem Zoll deshalb bescheinige, dass er gelernt hat, würde ich mal meinen:

Nicht lästern, sondern erst lesen.

Tja, schon einmal was vom Steuergehemnis gehört. Warum wohl sind die Monitore nicht mehr zu sehen? Nicht lästern, sondern erst denken. Sie können jederzeit Ihre Abfertigung per Post beantragen. Dann müssen Sie Sie nicht mehr bewegen und ich denke der Umzug ist aus finanziellen Gründen durchgeführt worden, München ist teuer, Garching nicht, also wurden hier unsere Steuergelder sinnvoll verwendet.

Ehemalige Vulkaneinfel-Bewohner müssen sich für diesen Fall eines Dolmetschers bedienen oder an der VHS einen Bairisch-Kurs belegen, ansonsten wird die Ausweisung angedroht.

Hey, in § 23 des Verwaltungsverfahrengesetzes steht, dass die Amtsprache deutsch ist. Basta! ;-)

Kann ich den auch als Bürger aufführen, wenn mir der Beamte in hemmungslosem Dialekt oder mit grundfalscher Grammatik antwortet? ;-)

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,565407,00.html

Das sagt alles =)

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