16.12.2006

Snakes on a Plane


Enough is enough! I've had it with these motherfuckin' snakes on this motherfuckin' plane!

Die Geschichte von "Snakes on a Plane" ist vor allem eine der Demut. Denn trotz eines scheinbar massiven Internet-Hypes hatte "Snakes on a Plane" an den Kinokassen keinerlei Biss, ganz ähnlich zum - leider - wirkungslosen Verpuffen der viralen Netzkampagnen für "Serenity".

Die Saga rund um "Snakes on a Plane" und Kult um den grandiosen Filmtitel konnte man auf etlichen großen Entertainmentwebsites monatelang verfolgen, es entwickelte sich lange vor dem Filmstart eine Fanszene, die heimgemachte Devotionalien aller Art entwarf und vertrieb. Auch die Produktionsfirma selbst verfolgte den Hype aufmerksam. Schließlich gab es sogar Nachdrehs, die den eigentlich schon fertigen Film näher an das Idealbild des hemmungslosen B-Movies heranbringen sollten, das sich die Fans anscheinend erhofften.

Trotz alledem spielte "Snakes on a Plane" in den USA nur knapp seine nicht allzu hohen Produktionskosten wieder ein (zusammen mit den noch niedrigeren weltweiten Kinoeinnahmen und dem zu erwartenden DVD-Verdienst in Verleih und Verkauf sollte es aber dafür reichen, dass am Ende ein bisschen was übrig bleibt).

Dies zeigt, dass das Internet vielleicht inzwischen in jedermanns Heim Einzug gehalten hat, aber trotzdem der unmittelbare Einfluss mancher Trends sich nach wie vor auf kleine Subkulturen beschränkt. Ein Hype in solchem Rahmen ist Anlass zu Freude, aber keine Erfolgsgarantie.

Es könnte natürlich die Frage aufkommen, ob "Snakes on a Plane" denn als Film etwas taugt. Wer diese Frage angesichts des Titels überhaupt zu stellen braucht, dem kann man ohne weiteres Nachdenken "nein" antworten. "Snakes on a Plane" ist in jeder Hinsicht "What-you-see-is-what-you-get": Der Titel verspricht Schlangen im Flugzeug - und genau diese bekommt man. Der Titel verspricht ein hemmungsloses Monster-auf-freiem-Fuß-B-Movie - und genau ein solches bekommt man: Etwas Spannung, etwas Humor, etwas Blut, etwas nackte Haut, etwas Romanze, etwas Action - dies alles rund um Schlangen im Flugzeug.

Die hölzernen Schauspieler passen zu den Pappfiguren, die sie spielen. Die Schlangen sehen gerade anfangs schrecklich computerkünstlich aus. Aber all dies spielt überhaupt keine Rolle, sondern vielmehr die Frage, auf welche Art und Weise die nächste Schlange welches nächste Opfer erwischen wird ("angepisste Schlange" ist etwa in "Snakes on a plane" durchaus wörtlich zu nehmen - und wo die Schlange in einer solchen Situation zubeissen wird, ist höchstens eine rhetorische Frage). Und natürlich die Frage, wann Samuel L. Jackson endlich die Worte sagen wird (siehe oben), auf die eben nicht jeder wartet, sondern nur die, die den Netzhype verfolgt haben (Antwort: erst ca. 10 Minuten vor Ende des Film, nach einer Stunde und 26 Minuten).

Prog-P.S. Die insgesamt mittelprächtige Filmmusik stammt übrigens von Trevor Rabin. Wenn sie gut ist, ist sie sehr unauffällig. Wenn sie schlecht ist, ist sie hölzern, aufdringlich und unpassend.

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