Slither
In den USA scheinen seit einiger Zeit auch etwas zünftigere Horror-Filme eine kleine Mainstream-Renaissance zu genießen - zumindest legt dies der dortige Erfolg von Streifen wie "Saw", "Saw II" oder "Hostel" nahe. In Deutschland wohl weniger, sonst wären gestern abend mehr als insgesamt vier Besucher zu "Slither" erschienen.
Andererseits: Sommer, WM-Zeit und englische Originalfassung (bei stellenweise üblen Südstaaten-Akzenten der Akteure) und doch immer noch Randzielgruppe eingerechnet waren vier Zuschauer vielleicht sogar zu erwarten.
Nicht, dass die nicht dagewesenen allzu viel verpasst hätten: "Slither" war zwar ein amüsanter Horror in grober Braindead-Nachfolge des überzogenen Splatters, aber nicht gerade die Parusie (lustig, welche Wörter man so lernt, wenn man aus dem Englischen rückübersetzen muss; "Second Coming" ist die Vorlage) und insgesamt konventioneller, weniger abgefahren, als ich es mir erhofft hatte.
Zwar gab es einige wirklich nette Momente und hübsche Urgs-Bilder (etwa der bizarr aufgeblasene Brutball, der einmal eine Frau war, oder der monströs gewucherte, schließlich tentakelbewehrte, komplette Leiber absorbierende Bösewicht des Stücks), aber bis es so weit war, handelte es sich vor allem um eine Hommage an verschiedene Alien-Invasions-Schinken: In einer Art Meteorit fällt ein parasitäres Außerirdisches Wesen auf die Erde, das sich von Planet zu Planet hangelt und dort mit Hilfe seine schleimigen Brut - etwa zu gross geratene Nacktschnecken - die jeweils örtlichen Lebewesen befällt, die anschließend zu einer Art lebender Zombies unter der Kontrolle des Zentralwesens werden, die alles dafür tun, andere zu infizieren und sich schließlich ganz buchstäblich mit dem Ursprungswesen zu vereinigen.
Möglicherweise hatte Drehbuch-Autor und Regisseur James Gunn eine eher gestörte Kindheit, denn die spärlichen Momente, in denen die befallenen Kreaturen näher charakterisiert werden, drehen sich hauptsächlich um Familienverhältnisse (Ehepartner und Eltern): Die anderen in der Familie sind immer die Zombies, quasi.
Angesichts des nicht vorhandenen Zuschauerzuspruchs dürfte "Slither" nicht lange in den Kinos verweilen, was aber nicht allzu schlimm ist, denn es handelt sich dabei um einen typischen Film für einen geselligen DVD-Abend unter Gleichgesinnten, und das ist ja auch schon einmal was.
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