22.12.2007

Sky High

Der japanische Regisseur Ryuhei Kitamura macht die vielleicht hoch-gezüchtesten B-Movies, die ich kenne. Von Aussehen und Aufwand her sind seine Filme nach "Versus" ("Azumi", "Aragami", "Godzilla: Final Wars" und eben "Sky High", nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Disney-Superhelden-Film) wunderbar hochgezüchtet und seine sehr kinetische Kameraführung ist unverwechselbar. Seine Charakterisierungen bleiben aber eben flach, und die Geschichten, was den Filmen die Anmutung aufgeblasener B-Movies gibt - was ich nicht kritisierend, sondern rein feststellend meine.

"Sky High" mischt offensiv Mystizismus (wie schon in "Versus") mit einem Hauch Cop- und Whodunnit-Film und inzwischen wahrscheinlich patentierter Kitamaru-Schwerkampf-Action. In Tokio werden junge Frau grausam ermordet: Ihnen wird bei lebendigem Leib das Herz herausgeschnitten, auch Mina, der Verlobten des Kriminalpolizisten Kanzaki am Tag ihrer Hochzeit. Kanzaki will Mina natürlich rächen, und deckt dabei die okkulten Machenschaften eines erfolgreichen Wissenschaftlers und Industriellen auf.

So weit, so ähnlich zu dutzenden anderen Mystery-Thrillern. "Sky High" hebt sich von solchen allerdings in einem deutlich ab: Das Nachleben der getöteten Frauen wird nämlich explizit gezeigt, diese greifen auch in die Handlung ein. Durch Gewaltakte Umgekommene kommen nämlich in der Mythologie des Films zum "Tor der Wut", wo sie vor die Wahl gestellt werden, ins Paradies einzugehen und irgendwann wiedergeboren zu werden, als Geist auf die Erde zurückzukehren oder jemanden tödlich verfluchen zu können, dafür aber in die Hölle zu müssen. Bis zur Entscheidung hat die Seele zwölf Tage und kann in dieser Zeit als Quasi-Geist nicht nur vor'm "Gate of Rage" rumlungern, sondern auch - wenn auch unsichtbar - auf Erden wandeln.

Eine solche Geschichte nicht nur als Exposition zu benutzen, sondern tatsächlich zu zeigen, ist zumindest ein bisschen was besonderes. Sonderlich gut tut es "Sky High" aber nicht, dass er stark zwischen Fantasy, Thriller, Mystery und Martial Arts schwankt, dazu auch einen Schuss Melodram gibt. Denn keines der Elemente wirkt dadurch ausgearbeitet und intensiv genug, um den Zuschauer wirklich in seinen Bann zu ziehen. "Sky High" ist zwar vielleicht ein wenig zu lang, aber trotzdem unterhaltsam - aber eben nur unterhaltsam und nicht fasznierend und mitreißend. Naja, immerhin.

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