Shaw Bros. Double Feature: The Mighty Peking Man & The Super-Inframan
Die Shaw Bros. Produktionsfirma in Honk Kong ist hauptsächlich für ihre Martial-Arts-Filme bekannt, hat sich aber auch in anderen Genres betätigt.
Einer dieser Versuche ist "The Mighty Peking Man" von 1977, der übrigens von niemand geringerem als Quentin Tarantino auf seinem eigenen, inzwischen allerdings wieder inaktiven DVD-Label "Rolling Thunder Pictures" herausgebracht wurde. Dabei handelt es sich um den kaum verhüllten Versuch, nach dem 1976er US-Remake auf der King-Kong-Welle zu surfen:
Nach einem Erdbeben erwacht im Himalaya ein riesiger Menschenaffe, der schließlich von Geschäftemachern in Hong Kong eingefangen und zwecks Ausstellung in die Stadt geschafft wird. Ausgiebiges Zertrampeln von Modellhäusern folgt.
Zugegeben: "The Mighty Peking Man" klaut nicht nur hemmungslos bei King Kong, sondern auch bei Tarzan. Nur haben die Chinesen genug Sinn und Verstand, die hübsch blonde Schweizerin Evelyne Kraft als im Dschungel aufgewachsene Waise Samantha überaus knapp bekleidet statt eines breitschuldrigen Ex-Leistungsschwimmers durch die Szenen tollen zu lassen. Allerdings folgt der Riesenaffe Samantha auf's Wort, das haarige Biest ist also der holden Weiblichkeit nicht nur verfallen, sondern auch von ihr fast domestiziert.
Das legt eine metaphorische Deutung natürlich nahe, insbesondere, da die Erweckung des Mighty Peking Mans im Film zusammenfällt mit den schweren Beziehungsproblemen des späteren Oberabenteurers Johnny, der den Affen nach Hong Kong schaffen soll. Aber das wäre sicherlich zuviel des Guten. Denn angesichts der in Zeitlupe, zu schmalzigen Popsongs und bei Gegenlicht gedrehten Szenen des unschuldigen Herumtollens zweier Verliebter mit gefährlichen Wildtieren, wird die Schmalz -und Trash-Grenze soweit überschritten, dass es kein zurück mehr gibt. Aber leider ist "The Mighty Peking Man" ein wenig zu lang(atmig), um wenigstens damit durchweg zu begeistern.
Solche Probleme hat The Super-Inframan nicht. Schon ab den ersten Einstellungen herrscht eine energetische, kindliche Freude am Absurden, die sich einfach nicht unterdrücken lässt. Selbst die Monster im Film scheinen dies zu spüren: ständig wackeln, hüpfen und gestikulieren etwa der Tentakel- und der Reptilienmann umher, voller Vorfreude auf den den nächsten Einsatz, und geben dabei Groll-Geräusche von sich. Kommandiert werden sie von der bösen Halbdämonin "Princess Dragon-Mom"(!), deren Welteroberungsplänen sich nur der von einem Professor geschaffene kybernetische Superkrieger Inframan (irgendwo zwischen 6-Millionen-Dollar-Mann und Power-Rangers anzusiedeln) erfolgreich entgegenstellen kann.
Dieser kennt dabei keine frankensteinsche Auflehnung gegen seinen Schöpfer, sondern stürzt sich brav und ohne Zweifel in die Schlacht. Aber wer würde das nicht, wenn seine - wie beim Inframan - wirkungsvollste, furchterregende Waffe die funkenspuckenden Absätze seiner Stiefel sind, mit denen er die wie eine Mischung als Skelett, Teufelchen und Ameise wirkenden Lakaien des Bösen anspringen kann?
Genug gesagt. Weil wer nach folgenden Bildern nicht wild auf den Super Infra-Man ist, dem ist auch mit Worten nicht zu helfen:
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Kommentare
Das sieht in der Tat sehr nach den guten alten Power Rangers aus. Verdammt, waren die beschissen. :-)
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