22.01.2007

Shaolin challenges Ninja / Heroes of the East

Die Frage bei einem Kampfkunst-Film ist natürlich: Wie bekommt man eine stattliche Anzahl von Konfrontationen ohne allzu viel Verbiegen in die Geschichte? "Shaolin challenges Ninja" (a.k.a. "Heroes of the East") löst diese Frage nicht sehr subtil, aber zumindest in der ersten Hälfte des Films vergleichsweise witzig: Der Chinese Ah To und die Japanerin Kung Zi gehen eine von ihren Eltern arrangierte Ehe ein. Trotz anfänglicher Skepsis finden die beiden Gefallen aneinander, bis sie entdecken, dass beide aktive Kampfsportler sind: Sie in traditionellen japanischen Stilen, er im Kung Fu. Daraufhin entbrennt zwischen den beiden ein heftiger Konkurrenzkampf. Jeder will dem anderen beweisen, das seine Techniken die überlegenen sind: Das Zusammenraufen zweier Partner mit unterschiedlichen Hintergründen wortwörtlich weitergesponnen und die Ehe als tatsächlicher Kampf der Geschlechter.

Da es sich um einen Hong-Kong-Film aus der Shaw-Brothers-Schmiede handelt, siegt natürlich jedesmal das Kung Fu. Frustriert kehr Kung Zi in ihre Heimat zurück, um bei ihren Meistern weiter zu trainieren. Auf Anraten eines seiner Hausdiener schickt Ah To ihr eine Herausforderung: Wenn sie in einer Reihe von Kämpfen in den unterschiedlichen Stilen nur einen gegen ihn gewinne, gebe er die Unterlegenheit der chinesischen Kampfkunst zu. Diese Herausforderung gerät in die Hände von Kung Zis Lehrern, die sie als Herausforderung an die japanische Kampfkunst per se verstehen. Dementsprechend stellen sie eine Delegation von Meistern der diversen Stile zusammen, die nach China reist, um sich mit Ah To zu messen.

Der Rest des Films besteht natürlich aus der Konfrontation der verschiedenen japanischen Techniken mit dem jeweiligen Kung-Fu-Gegenpart, wodurch allerdings die durchaus amüsante Ehegeschichte leider ins Hintertreffen gerät. Dafür gibt es hübsche Demonstrationen verschiedener Kampfstil-Arten, etwa chinesische Schwertkunst gegen Kendo, Drunken Boxing gegen Karate oder Kranich-Kung-Fu gegen japanischen Krabben-Stil.

Etliche Kommentatoren weisen daraufhin, dass trotz der geschichtsbedingten Animositäten zwischen Chinesen und Japaner die japanischen Charaktere zwar teilweise Macken haben, aber dennoch als Ehrenmänner gezeichnet werden. Andererseits: Welches ist der wertvollere Sieg? Derjenige gegen einen ehrlosen Bösewicht oder derjenige gegen einen würdigen, ehrenwerten Gegner?

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