Sekretärinnen
Auch der Fan lebt nicht vom Prog allein. Deshalb gönnen wir uns gelegentlich einen Abend Muse light, meist ein Musical im Deutschen Theater, gelegentlich ein Singspiel im Staatstheater am Gärtnerplatz. Gestern waren wir zum ersten mal in der Komödie im Bayerischen Hof.
Geboten wurde "Sekretärinnen". Eigentlich hatten wir ein boulevardeskes Theater-Stück erwartet; das kommt davon, wenn man Karten fast blind kauft. Geboten wurde aber eine Art musikalische Nummernrevue, die zwar unterhaltsam, aber auch reichlich sinnfrei war. In eine Büroszenerie um sieben Sekretärinnen und einen Büroboten eingebette, singen die Sekretärinnen abwechselend solo, im Duett oder im Ensemble verschiedene bekannte Nummern zu Klavierbegleitung, die grob den Charakterisierungen der einzelnen Figuren angepasst sind. Das Ganze ist wattiert mit leichten Comedy- und Slapstick-Elementen, eine echte Story gibt es nicht.
Die Songs stammen aus einer Zeitspanne von etlichen Jahrzehnten: von Porgy & Bess über 50er, 60er, 70er Jahre hin zu Xavier Naidoo und den Fantastischen 4. Der Klavierbegleiter und musikalische Leiter Jens Uwe Fiebig war hervorragend, und alle Darsteller/innen konnten wirklich singen, da gibt's schon mal keinen Grund zur Beschwerde. Besonders positiv fiel Alexandra Seefisch auf, die den wohl schwierigsten Gesangspart des Abends mit Bravour meisterte. Trotz eines kurzweiligen Abends gilt: die ca. 25,- Euro (!), die noch die billigsten Tickets kosteten, sind für dermassen leichte Kost eigentlich deutlich zu viel und können besser angelegt werden.
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