10.02.2005

Saw

Dienstag sah ich "Saw". Eine Kollegin hatte den Film schon während des Fantasy Film Fests gesehen und hochgelobt, verschiedene Online-Rezensionen ebenfalls, einem guten Horrorthriller bin ich nicht abgeneigt: schauen wir uns das mal mit entsprechender Erwartungshaltung an. Erstaunlicherweise war am Dienstag das recht große Kino 2 im Mathäser so gut wie voll, schließlich handelt es sich um einen eher kleinen Film. Andererseits sind Montag und Dienstag in München "Kinotage" mit entsprechend verbilligtem Eintritt, was auch Zuschauer in Filme locken sollte, die für den normalen Preis nicht unbedingt gekommen wären.

Saw wurde angekündigt als "Nach 7 kommt nicht 8, sondern Saw". Grundsätzlich stimmt dies: wie "7" haut Saw in die "Serienkiller mordet bedeutungsschwanger und rätselhaft"-Kerbe. Die Ausgangssituation ist: zwei Männer erwachen angekettet in einer verlassenen, verfallenen Toilette, zwischen ihnen liegt ein Toter. Der Mörder hat den beiden ein Diktiergerät und jeweils eine Kassette mit Instruktionen hinterlassen, speziell: der eine muss den anderen umbringen, um freikommen zu können. Hinweise darauf, wie dies geschehen könnte, und Utensilien dafür sind im Raum versteckt. Dieser Startpunkt wird durch Nebenhandlungen (inklusive dem unvermeidlichen Kommissar auf der Jagd nach dem Bösewicht, der den Dienst quittiert und auf eigene Faust weiter ermitteln muss, sowie der vom Mörder bedrohten Familie einer der Hauptfiguren) und Rückblicke ergänzt, die mit dem Mörder, den beiden Männern und deren Beziehung zu tun haben. Die Auflösung ist natürlich obligatorisch überraschend, und ich will deshalb nicht zu viele Handlungsdetails verraten.

Meinen hohen Erwartungen wurde "Saw" insgesamt nicht gerecht. Die Puzzlespiele, die der Mörder veranstaltet, hatten mit dem Ende des Film nichts Zwingendes zu tun und wirkten dadurch unmotiviert, nur um des Effektes willen eingeführt. Manche der Schauspielleistungen, ebenfalls gerade gegen Ende, wirkten unpassend überkandidelt und ernteten entsprechendes Publikumsgelächter, obwohl es sich um den dramatischen Kulminationspunkt der Geschichte handeln sollte. Einigermaßen spannend war es insgesamt schon, wenn auch das erste Drittel des Films sich zäh anfühlte. Die hektischen, stilisierten Kamerafahrten der Mordrückblenden wirkten im Vergleich mit dem eher bieder inszenierten Rest ebenfalls wie Fremdkörper. Wirklich beklemmende Atmosphäre kam - für mich jedenfalls - kaum, auf jeden Fall zu selten auf.

Vielleicht ist das jetzt zuviel Gemecker: gut unterhalten habe ich mich. Aber ein Muss-man-sehen-Film ist Saw nicht.

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