03.03.2008

Riders to the Stars

Der englische Titel dieses Films, "Riders to the Stars", klingt schon ein wenig romantisch, und wenn dann auch noch das Titellied, ein von Kitty White gesungener Schmachtfetzen, einsetzt, stellt man sich als Zuschauer innerlich auf eine gnadenlose Schmonzette ein. Aber weit gefehlt, denn großteils handelt es sich bei "R 3 überfällig" (so der wesentlich nüchternere und damit passendere deutsche Titel) um ein ziemlich trockenes Stück Früh-Fünfziger-Science-Fiction.

Darauf weist schon die Titeltafel, die die "wissenschaftlichen Berater" aufzählt hin. Schade nur, dass - zumindest nach heutigen Erkenntnissen - die "Wissenschaft" hinter "Riders to the Stars" fragwürdig ist: Unbemannte Raummissionen kommen mit schwer kaputter Technik zurück, was von den zuständigen Wissenschaftler so interpretiert wird, dass die kosmische Strahlung daran schuld sei. Andererseits fällt auf, dass Meteoriten und Asteroiden nicht von kosmischer Strahlung eingeschmolzen werden und folgert daraus, dass sie eine Art natürliche Schutzschicht besitzen müssen.

Also muss eine bemannte Mission her, die einen Meteoriten einfängt und heil zur Erde bringt. Nun gut. Wie diese vermutete Schutzschicht entstehen könne und wo sie her kommt, kann man sich nach der Untersuchung fragen. Ob es allerdings klug ist, statt robuster Technik einen normalerweise wesentlich weniger robusten Menschen in die vermeintlich so destruktive Strahlenzone zu schicken, wage ich zu bezweifeln. Naja, irgendwo her muss "R 3 überfällig" ja seinen Plot beziehen. Also drehen sich große Teile des Films um die Auswahl geeigneter Astronauten-Kandidaten sowie deren Training. Wirklich ins All gestartet wird erst nach etwa einer Stunde Filmlaufzeit.

Immerhin: Die Raketen, mit denen die schließlich drei Auserwählten ins All geschossen werden, heben sich in ihrer schnörkellosen sachlichen Enge wohltuend von den allzu geräumigen und luxoriösen Raumschiffen anderer SF-Filme aus der gleichen Zeit ab. Dies, ebenso wie der immer wieder auftauchende Off-Erzähler passt auch zu dem insgesamt eher distanzierten, pseudo-dokumentarischen, oft über die Grenze zum Langatmig-Trockenen ragengenden Duktus des Films.

Nur in der obligatorischen, unmotiviert ein- und durchgeführten insgesamt Liebesgeschichte in einer kleinen Nebenhandlung, brechen sich übliche Hollywood-Konventionen die Bahn: Hier werden z.B. zum ersten und einzigen Mal Nahaufnahmen der Schauspieler eingesetzt, um emotionale Verwicklung anzuregen. Dies funktioniert aber nicht so recht, sondern wirkt eher wie ein Fremdkörper.

Screenshots gibt's auf dem Neunten Planeten.

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