03.01.2006

Punk'd

Der erste 1. Mai 2001, Marienplatz München, brennende Hitze, kein Schatten weit und breit, aber wie jedes Jahr einige von den Gewerkschaften organisierte kostenlose Open-Air-Konzerte anlässlich des Tags der Arbeit. Ein Rudel bunter Punks fläzt sich vor der Bühne vor dem münchener Rathaus, auf der gerade war noch eine Mittelalter-Gothic-Kombo zu hören war und die jetzt drei Herren im besten Alter betreten: die ELP-Cover-Band "Thrillogy". Schon schallt der trötend-charakteristische Synthesizersound von "Fanfare For The Common Man" über den Platz. Und Punk-Köpfe nicken rhythmisch - zu den Klängen des ehemaligen musikalischen und Weltanschauungs-Todfeinds. Eigentlich müssten Thrillogy von diesem Publikum spuckend und würgend von der Bühne geworfen werden. Kein Klassenbewusstsein, die Jugend von heute.

Warum dieser Ausflug ins "Es war einmal"? Darum (keine Gemeinplatz-Pointe à la "Weltanschauungen werden halt zu Mode oder Nostalgie" intendiert). Und weil mir die Anekdote anlässlich der Central-Park-Wiederauferstehung aus dem Gedächtnis ins Bewusstsein blubbert, da Artur Silber dort wie hier das Schlagzeug bedient(e).

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