17.05.2004

Polnische Eidechsen mit Psychopuls

Lizard - Psychopuls

Letzte Woche flatterte eine wirklich witzige CD in meinen Briefkasten: "Psychopuls" von der polnischen Band Lizard.

Von Lizard kannte ich bis dato noch nichts, obwohl die Band seit Anfang der Neunziger schon einige Alben veröffentlicht hat. Der Name legt ja eine Beeinflussung durch King Crimson nahe, aber das hätte ich nicht erwartet: Lzard geben sich auf "Psychopuls" alle Mühe, die aktuellen King Crimson auf eigenem Territorium zu schlagen.... und kommen wirklich nahe dran. Fast jedes der Stück hat ein direktes Vorbild auf "The ConstruKction of Light" oder "The Power to Believe". Als ich die Platte zum ersten Mal hörte, musste ich vor lauter Aha-Momenten fast permanent grinsen (was - natürlich - in U-Bahn und Tram der Fall war und meine Mitfahrenden wahrscheinlich nicht unbedingt von meiner geistigen Gesundheit überzeugt hat). Auch trockene, harte Grundsound und das mit elektronischen Spielereien aufgepeppte Schlagzeug sind Power To Believe pur. Die Spielweise von Schlagzeuger Szulakowski ist allerdings mehr eine Mischung aus Brufords verspieltem Drive und Mastelottos rockig-straighter Power.

Bei allem Epigonen-Tum gehen Lizard wesentlich erdiger und unbeschwerter als die eher verkopften Crimsos zur Sache. Wem die letzten KC-Alben zu verkrampft waren, der sollte hier auf jeden Fall reinlauschen. Eine weitere Abkehr ist der Gesang, der nichts von Adrian Belew hat. Sänger Bydlinski hat eine eher rauhe Stimme, die Texte sind auf polnisch, was dank sprachimmanenter Überfrachtung mit Zischlauten so klingt, als ob er ständig nuschle, aber auch irgendwo pittoresk wirkt.

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