Oppa
Der ein oder andere hat vielleicht meine (und die freundlicher Leser dieser Seite) Versuche lauten Denkens zu einer einprägsamen Bezeichnung für das Phänomen "neuer Prog" verfolgt, also die Suche nach einem Etikett für Gruppen, die proggige Musik machen, aber in keine der herkömmlichen Szene-Schubladen passen. Mit mir selbst habe ich mich inzwischen vorläufig auf "NuProg" geeinigt. Manchmal denke ich aber, dass statt "NuProg" eher "Nanu, Prog?" geeignet wäre. Wie auch bei "Grandaddy", die der Musikexpress in seinem Progressive-Rock-Dossier (wir erinnern uns) ins Prog-Pantheon hievte.
Zugegegeben, ich kann nur das neueste Grandaddy-Album "Just Like The Fambly Cat" beurteilen, das einzige, das mir vorliegt. Und ein sehr hübsches Album ist es in der Tat; das vereinzelte Lied, das vor einiger Zeit in der [progrock-dt]-Radio-Show gespielt wurde, wird dem gesamten Album nicht gerecht. "Just Like The Fambly Cat" ist nämlich ein sehr angenehmes Indie-Pop-Album, das mit etlichen hübschen, wenn auch harmlosen Melodien aufwarten kann (nur die "LoFi"-Schiene, die ich im Netz immer wieder mit Grandaddy assoziiert sah, kann ich nicht nachvollziehen, denn der Klang des Albums ist sehr gut und durchaus poliert, und auch die Arrangements sind allenthalben farbig und nicht gerade reduziert). Zwar schimmert's immer wieder psychedelisch schwebend zwischen den musikalischen Zeilen, aber wenn, dann eher durch verschiedene Arrangement- und Produktionstricks sowie manche Gesangspassage an die Beatles nach 1966 erinnernd - was mich durchaus für Grandaddy einnimmt.
Nur Prog, auch NuProg, kann ich hier beim besten Willen keinen entdecken. Macht aber nix (obligatorischen Verweis auf Osgood Fielding III hier einfügen).
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