17.12.2005

Opeth und Burst, Backstage, München, 16.12.2005

Man wird nicht jünger. Insofern war ich recht dankbar, dass wir beim Opeth-Konzert im Backstage früh genug vor Ort waren, um einen Platz mit Anlehnmöglichkeit zu ergattern, auch angesichts des Plakats vor dem Eingang, das das Konzert als "ausverkauft" ankündigte. Allerdings war es schließlich zwar sehr gut gefüllt, aber lange nicht so brutal eng wie noch vor einem Monat bei dEUS. Den jungen Metallern, die (Haarlänge, T-Shirts und genereller Ausstrahlung nach zu urteilen) den Großteil des Publikums stellten, macht das stundenlange Stehen vielleicht nichts aus, aber als alter Spießer wären mir Konzerte mit Bestuhlung generell lieber. Früh war auch insofern gut, dass die Vorgruppe Burst ihren dreißigminütigen Einheizerauftritt mehr als pünktlich bereits um 20:20 begann (Einlass war kurz vor acht).

Zu Burst gibt es nichts anderes zu berichten als schon zu ihrem Auftritt an gleicher Stelle vor einem Jahr, außer diesesmal der Gitarrist ganz gelegentlich cleanen Gesang beisteuerte, allerdings immer noch zu selten. Noch ein Symptom dafür, dass ich nicht jünger werde: dass ich Burst schon einmal gesehen und gehört hatte, ist mir erst im Nachhinein eingefallen.

Opeths Auftritt begann gegen ca. 21:20 ebenfalls zu einer freundlichen Zeit und ebenfalls - wie schon bei Burst - mit sehr gutem Sound, jedenfalls via Gehörschutz. Soweit ich das als Nichtkenner beurteilen kann, legten die Düsterschweden einen guten Auftritt hin, der Wandlungsfähigkeit der Gruppe erkennen ließ: mal heftig metallisch rockend, inklusive Krümelmonstergesang, mal schwebend-atmospharisch, mal fast im Alternative-Rock-Gewand, dann mit "normalem" Gesang, mal fast doomig schleppend. Dazu als kleine Besonderheit für diese Art Musik die Keyboard-Klänge, wobei hauptsächlich fette Hammond-Orgel-Sounds zum Einsatz kamen, sowie Mikael Akerfeldts zeitlupenartige Ansagen inklusive bizarrer David Hasselhoff-Referenzen sowie einem Scorpions-Trivia-Quiz. Also, ein alles in allem ordentlicher Abend; nur, dass Opeth bei mir nicht wirklich ins Herz treffen. Respekt ja, Begeisterung nein, und so hätten mir 90 statt 105 Minuten plus Zugabe locker gereicht.

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