12.03.2005

Ong-Bak

Ich bin beileibe kein Martial Arts-Kenner, aber gelegentlich gepflegtes Geschnetzel lasse ich mir in einem Film gerne gefallen. Und wenn die Kommentatoren bei aintitcool.com dermaßen aus dem Häuschen sind, also deutlich noch mehr als sonst immer (Beispiele hier, hier, hier, hier [letzte Rezi vor dem Talkback-Bereich] und hier. Da sage nochmal einer, in [progrock-dt] würde zuviel gehypet), dann bin ich neugierig.

Wer zumindest ein bisschen die oben verlinkten Texte überflogen hat, der weiß schon: die Story spielt in Ong-Bak nur als Voraussetzung der Stunts eine Rolle, schauspielerische Leistungen sind Nebensache. Kameraarbeit und sonstige Regie sind aber übrigens durchaus ansprechend. Dafür, dass der Film nur ein Vorwand für einen Haufen Verfolgungsjagden und Prügeleien ist, dauert es erstaunlich lange, bis es richtig losgeht: die erste halbe Stunde ist bis auf die gleich allererste Szene - ein Baumkletter-Wettbewerb, der die unglaublich Körperbeherrschung des Hauptdarstellers eindrucksvoll einführt: alle Stunts im Film wurden ohne Zuhilfenahme von Drahtkonstruktionen oder Computerffekten durchgeführt und gefilmt - Exposition. Danach wird aber ganz traditionell jede der immer schneller aufeinander folgenden Actionszenen eindrucksvoller, aber auch brutaler als die letzte.

Los geht's mit einer in der Tat atemberaubenden Verfolgungsjagd, die Panom Yeerums Akrobatik beim Überlaufen, Durch- und Überspringen, Drunterrutschen aller möglichen Hindernisse zeigt. Diese Akrobatik ist auch die Hauptattraktion der folgenden verschiedenen Kämpfe, in denen Muay Thai in erstaunlich realistischen Bildern vorgeführt wird. Die Choreographien der Kämpfe sind eigentlich nicht sonderlich raffiniert und komplex, die einzelnen Bewegungsabläufe von Panom Yeerum dafür umso eindrucksvoller: alle Arten von Sprüngen, Drehungen, Kicks und Schlägen, natürlich nicht in Isolation, sondern auch mal gleichzeitig. Damit man die spektakulärsten, aber blitzschnellen Aktionen nicht verpasst, werden diese gleich zwei oder dreimal aus verschiedenen Winkeln in Zeitlupe gezeigt.

Insgesamt war Ong-Bak zwar schwer eindrucksvoll, mich Ong-Bak aber nicht dermaßen mitgerissen wie die obigen Kommentatoren, wenn es auch gerade gegen Ende einige Szenen gab, bei denen ich mit zusammengebissenen Zähnen - "Argh. Das tut weh." - vor dem Bildschirm saß.

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