Nochmal Hölle
Was zum Geier? DJ Hell salbadert sich im Galore-Doppelinterview mit dem Klassikkritiker Joachim Kaiser (nachzulesen bei SPIEGEL Online) ins Reich des Stirnrunzelns:
Das Interesse an elektronischer Musik kam früh. Es gab ja schon in den siebziger Jahren Bands wie Emerson, Lake & Palmer oder eben Roxy Music. Die waren ja zum Großteil elektronisch.
Hm. Naja. Nicht so sehr, Herr Hell. Elektronisch is anders. Nur weil Emerson mit nem Moog rumtrötete und den Ribbon Controller zur rituellen Bühnenmasturbation missbrauchte oder Eno anfangs bei Roxy Music ein wenig am VCS3 rumschraubte, würde ich - und so ziemlich sonst jeder, zumindest dache ich das bisher - dies nicht unbedingt elektronische Musik nennen, auch nicht "überwiegend elektronisch". Als Namedropping kann's kaum gedacht gewesen sein, da tatsächliche Elektroniker wie etwa Klaus Schulze im Kulturbetrieb heutzutage einen deutlichen besseren Ruf genießen.
Andererseits: Wenn durch gewagte Nomenklatur und ein bisschen Geschichtsklitterung Prog à la ELP ein bisschen lange verlorene Street Cred wiedergewinnt, lassen wir DJ Hell doch einfach in dem Glauben. Oder vielleicht ist er sogar ein verkappter Progger und das war Absicht?
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