Niederlage
Wenn nicht der kleine Hunger, sondern die große Gier kommt, hilft nur die Brotdose: die durchaus treffend benamste Audio Lunchbox. Akustische Instant-Befriedigung durch DRM-freie Audio-Downloads von Independant-Künstlern, legal und schmerzfrei. Dort findet sich eben auch das bisher einzige Tonträger-Lebenszeichen (neben einigen Sampler-Beiträgen) eines weiteren in der langsam, aber stetig wachsenden Reihe von mir bekannten Bass-Schlagzeug-Duos, Touchdown aus New York (Lightning Bolt finden sich ebenfalls mit zwei Alben dort).
"Touchdown / Orthrelm" ist eine Split-CD mit einem weiteren Duo (allerdings Schlagzeug-Gitarre), den Extremkrachmachern Orthrelm. Split-CD heißt, dass beide Gruppen sich die Laufzeit einer CD aufteilen, wobei in diesem Fall Touchdown ein leichtes Übergewicht haben. Miss Emily Powers (Bass) und Nate Smith (a.k.a Shy Child, El Guapo, Schlagzeug) klingen leicht ähnlich wie die Tschechen-Amis Sabot: cleaner oder nur leicht angezerrter Bass und wuchtiger, aber klarer und schlanker Grundsound. Ihre Tempi und Rhythmen sind aber wesentlich manischer und gehen von daher mehr stärker in Richtung Ruins ohne deren Aggressivität und brutale Power. Über überdreht-verqueren Walking-Bass-Linien spielt Smith ein sehr elastisch und erstaunlich melodisches Schlagzeug, das übliche Rhythmus-Figuren scheut. Schade, dass es sich nicht um ein komplettes Album handelt, und obwohl diese Aufnahmen schon drei Jahre alt sind, scheint es seitdem keine weitere Veröffentlichung von Touchdown gegeben zu haben.
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