25.01.2006

Nebo zovyot / Battle Beyond the Sun

Ein weiterer osteuropäischer Film, der wie Ikarie XB 1 und Planeta Burg für den amerikanischen Markt umgearbeitet wurde: aus dem russischen "Nebo zovyot" wurde 1960 "Battle Beyond the Sun", auch dieser unter der Ägide des Produzenten Roger Corman und von niemand geringerem als dem ganz am Anfang seiner Karriere stehenden Francis Ford Coppola als Regisseur auf amerikanischer Seite (auch wenn er sich - abgesehen von einer Nennung als "Assistent Producer" - hinter dem Pseudonym "Thomas Colchart" versteckte). Wieder wurden russische Namen anglisiert und teilweise die - wahrscheinlich kyrillischen - Beschriftungen der Raumschiffe im Film mit deutlich sichtbar nachträglich eingefügten neutralen Zeichen übertüncht.

Die Geschichte des Films dreht sich um den Wettlauf zum Mars, den die beiden zukünftigen, transkontinentalen Supermächste North-Hemis und South-Hemis inszenieren. Als durch den Konkurrenzdruck North-Hemis einen überstürzten Flug zum Mars beginnt, gerät ihr Raumschiff in Raumnot und muss von der gleichzeitigen Expedition South-Hemis' gerettet werden. Die Überlebenden müssen anschließend auf einem Marsmond notlanden, wo sie auf Rettung in Form einer Rakete mit Treibstoff-Nachschub warten.

Offensichtlich waren diese Ereignisse Corman und Coppola nicht dramatisch genug, denn in die amerikanische Fassung wurden vollkommen unmotiviert ein zusätzlicher Kampf zwischen zwei Marsmondmonstern eingefügt.

Das Design dieser Außerirdischen freudianisch zu nennen wäre untertrieben: Das Monster links ist im wesentlichen ein aufgeblähter ballartiger Sack mit daraus wachsenden Stabfortsätzen mit jeweils einäugigem Ende, dasjenige rechts "Vulvamonster" zu taufen, ist nahezu unvermeidlich:

Dabei hätte der Film ein solches "Aufpeppen" wirklich nicht nötig, denn es gibt auch so genügend - für diese Zeit zumindest - gute Effekte und sehr schöne Bilder zu sehen, die für die kaum vorhandenen Charakterisierungen der Handelnden und den wenig innovativen Plot entschädigen. Klar erreichen die Spezialeffekte (großteils; manche sind sehr gut gelungen) nicht den Standard von Kubricks epochemachendem Epos 2001 oder gar heutiger Zeiten, aber ich persönlich glaube, dass schlechtere Effekte oft den besseren Effekt ergeben, da der Appell zur "suspension of disbelieve" dadurch unübersehbar und zwingend ist, während bessere, aber nicht perfekte Effekte ständiges Forschen nach den Grenzen zwischen "echt" und "falsch" herausfordern:

 

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