28.10.2004

Mönche mit Fuzzbass

Gestern abend hat Peter mir - quasi als Vorbereitung für die Premieren-Aufführung des Dokumentarfilms The Monks - The Transatlantic Feedback, die wir uns wohl nächste Woche im Atomic Cafe ansehen werden - ein Beat-Club-Special zum Jahr 1966 gezeigt, in dem unter anderem die Band "The Monks" mit einem Live-Auftritt im Beatschuppen vertreten war.

Holla die Waldfee! Das war seltsam. Inmitten zum Playback wackelnder englischsprachigen Schlagertanten mit aufgeplusterten Bombastarrangementsongs und harmloser Liverpooler Beatles-Klone mit dilettantischem Beat-Geholze wirkten die Monks wie Besucher von einem anderen Planeten. Die Köpfe zu Tonsuren geschoren, ganz in Schwarz gewandet, minimalistisch-primitive Proto-Punk Ästhetik verströmend, summte die sogar einigermassen virtuos gespielte Orgel, schrammelte das elektrische Banjo und grimmassierte die Band. Der Höhepunkt war das mit einem üblen Fuzzbass startende Stück, bei dem sich drei Bandmitglieder über eine auf dem Boden liegende Gitarre beugten und gleichzeitig wild darauf rumtappten.

Meine Güte: derartig bizarres Musik-Dada im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen 1966? Auch Moderatorin Uschi Nerke scheint sich ihren Teil gedacht zu haben, so breit grinsend, wie sie die Monks an- und abmoderierte. Es wird wohl Zeit für mich, mir die einzige Monks-LP "Black Monk Time" zu besorgen, die inzwischen mit etlichem Bonus-Material auf CD wiederveröffentlicht erhältlich ist.

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