Missile to the Moon
Man glaubt es kaum, aber die SciFi-Gurke "Cat-Women of the Moon" hat bereits fünf Jahre später ein Remake erfahren: "Missile to the Moon". Warum auch nicht? Schlimmer konnte es nicht kommen. Könnte man meinen.
Aber während die Macher von "Cat-Women of the Moon" immerhin noch eine gewisse Grandezza zu versprühen versuchten, kann man in "Missile to the Moon" keinerlei solche Ambitionen mehr verspüren. Kulissen und Bilder sind durchgängig auf Fernsehserien-Niveau, vielleicht sogar darunter.
Daran ändern auch die, wie in den Credits deutlich herausgestellt wird, für den Film verpflichteten "internationalen Schönheitsköniginnen" nichts. Während in "Journey to the Seventh Planet" die dort Schönheiten wenigstens irgendwie in die Handlung integriert wurden, sind ihre Gegenparts hier nichts anderes als Einrichtungsgegenstände, optische Zuckerwatte für's vorwiegend männlich-adoleszente Science-Fiction-Publikum der späten 50er, auf das solche schnellen Produktionen zugeschnitten waren. Dementsprechend laufen die Mond-Grazien samt und sonders in knappen, engen (aber gerade deshalb nicht umstandslos figurschmeichelnden) Klamotten durch die billige Szenerie.
Die Grundgeschichte von "Cat-Women" würde im Groben übernommen. Eine irdisches Raumschiff landet auf dem Mond und findet dort eine vom Aussterben bedrohte Rasse rassiger Weibsbilder vor, die die Rakete benutzen wollen, um damit sich rettend auf Erde überzusiedeln. Einige Änderungen gibt es allerdings. Das Raumschiff ist ein privates. Wie sich später herausstellt, ist einer der beiden Konstrukteure ein Exil-Mondling, der das Raumschiff baute, um damit zum Mond zurückzukehren. Als die Regierung das Projekt übernehmen will, da Raumfahrt in die Hände des Staates gehöre, startet er überstürzt. Da trifft es sich gut, dass sich in der Rakete zwei aus einer Haftanstalt entlaufene jugendliche Delinquenten versteckt haben, die flugs als dringend benötigte Handlanger zwangsverpflichtet werden, denn ein Flug zum Mond ist ein Kinderspiel: "quite simple, reasonably comfortable". Dass zwei Sträflinge an Bord sind, spielt für den weiteren Verlauf des Films übrigens keinerlei Rolle, eine unnütze Verkomplizierung also.
Das Motiv der telepathischen Beeinflussung eines Crewmitglieds entfällt also. So ganz wollten sich die Drehbuchschreiber aber (auch überflüssigerweise) von Gedankenkontrolle nicht trennen, und so ringen die amtierende Lido des Monds (die "Leaderin") und ihre Möchtegern-Nachfolgerin geistig um die Vorherrschaft, und auch einer der gelandeten Astronauten wird von ihnen so willfährig gemacht.
Auch von den anscheinend unvermeidlichen Klischees von Filmen dieser Art konnten sie sich nicht trennen: Ohne Metoriten-Beschuss auf dem hinflug und Ausdruckstanz der Außerirdischen geht's nun mal nicht. Immerhin lungert hier die ebenfalls obligatorische Mond-Spinnenmonster-Marionette (inkl. deutlich sichtbarer Fäden) nicht sinnlos in einer praktischen Höhle herum, sondern wird von den Mond-Schönheiten als Wach- und Henkersvieh benutzt. Dafür gibt es aber außerhalb enigmatische Steinmonster, die wohl nur darauf warten, dass alle Äonen ein paar ahnungslose Raumfahrer vorbei kommen, die man hinterrücks erschrecken kann. Was auch zuverlässig funktioniert, ganz anders als beim Zuschauer...
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