02.02.2006

Miau

Nach taz-Prog und SPIEGEL-Prog jetzt Times-Prog - ich bin fast versucht, "the times they are a-changin'" zu sagen. Also, treiben die Dänen "Mew" Tränen der Freude in die Augen des alten Proggers? Zumindest machen sie trotz ihres Namens keine Katzenmusik. Im Gegenteil: ihr neuestes Album "Mew and the Glass Handed Kites" ist eine richtig gute Platte.

Prog? Nicht so sehr. Es gibt unbestreitbare Prog-Elemente, etwa den Hang, einzelne Stücke in zusammenhängenden Suiten zu organisieren, eine teilweise recht orchestrale Klanggestaltung mit gelegentlichem Hang zum Bombast, immer wieder leicht vertrackte Rhythmik, die dem allzu achtlosen Mitwippen entgegen läuft, und der Gesang erinnert tatsächlich hin und wieder an Jon Anderson, aber einen Anderson mit mehr "Eiern".

Hm, wenn ich das so aufzähle, habe ich mich selbst fast davon überzeugt, dass "Mew" Prog sind. Aber nur fast. Denn ein bisschen zu simpel sind die Strukturen und die Rhythmik dann doch noch, um ihnen dieses Etikett umzuhängen. Andererseits sind sie auch nicht unproggiger als etwa "Coheed and Cambria", nur bewegen sie sich eben aus einer ganz anderen Ecke in Richtung Prog: "Mew" befinden sich in etwa in der Mitte der musikalischen Verbindungslinie zwischen "Oceansize" und den "Flaming Lips": An erstere erinnert der eher gitarrenlastige Alternative-Sound, ohne dass sie so roh und rotzig wären, an letztere die symphonische Pop-Sensibilität, die immer wieder durchscheint, ohne dass "Mew" so unverschämt schwärmerisch gerieten.

Auf jeden Fall eine Band, die man in Ohr und Auge behalten sollte.

Kommentare

das sind jkeine dänen -.-

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