16.04.2005

Kung Fu Hustle (Gong fu)

Nicht nur die Russen haben einen an der Klatsche, die Hong Kong-Chinesen definitiv auch. Ich habe schon alberne Slapstick-Martial Arts Filme mit furchtbaren deutschen Dialogen gesehen und als krasses Gegenteil davon überaus pathetische Kampfkunst-Fantasy-Streifen mit opulenten und stark stilisierten Bildern. Kung Fu Hustle räubert hemmungslos bei beiden Varianten. Daraus ergibt sich eine sehr bizarre Mischung aus absurder Situations-Slapstick-Komik, ebenso akrobatischen wie von Computer-Effekten unterstützten Kämpfen und nicht wirklich aufdringlichen, aber daher umso wirkungsvolleren, eindrucksvollen und ständigen Kamerafahrten. Obendrein gibt "Kung Fu Hustle" einen guten Schuss "Matrix" dazu, nicht was Story und Philosophie, aber was die Computergraphik-Technik, Massenkämpfe und Kameraästhetik angeht, ohne sich dabei aber so bierernst zu nehmen wie die amerikanische Trilogie, die dadurch vor allem in Teil 2 und 3 fast in unfreiwillige Komik abrutschte.

Die Geschichte des Films: im Shanghai der 30er oder 40er Jahre hat die Axt-Gang die Kontrolle über die Stadt übernommen, nur in einem der Armenviertel zeigt sich bei einem Zwischenfall, dass die dort ansässigen Anwohner einige eigentlich ausgediente Kung Fu-Meister unter ihren Reihen zählen (etwa die hysterische Vermieterin des Komplexes und ihr Schürzenjäger-Gatte). Die Axt-Gang heuert den Kleinganoven und Möchtegern-Mobster Sing, einen begabten Schlossknacker, an, um aus dem Irrenhaus den weggeschlossenen Ober-Kampfkunst-Bösewicht "The Beast" zu befreien, der die aufsässigen Slumbewohner ausschalten soll. Natürlich haben die Axtjungs mit dem Überbösen Beast mehr abgebissen, als sie kauen konnten, aber als er Sing zu Brei schlägt, der sich zwischenzeitlich auf die Seite der Angegriffenen geschlagen hat, setzt er aus Versehen dessen seit Kindeszeiten blockierten Chi-Fluss frei und Sing entpuppt sich - was sonst...? - als "Der Eine", und es kommt zur grossen Schlusskonfrontation.

Aber die Story ist nicht der entscheidende Punkt an diesem Film: dieser sind die vielen, vollkommen überzogenen Einfälle, der bizarre Humor und die unvorhersehbaren Situationen, wenn etwa die Axtgang nach einem Konkurrentengemetzel erstmal unvermittelt in einen nobel choreographierten Tanz ausbricht oder die tödliche Kung Fu-"Blah Blub Toad School"-Technik, die "The Beast" verwendet, buchstäblich dazu führt, dass er sich in eine menschliche Kröte verwandelt oder Sing den Slumkids nach einer kleinen Demonstration von Kickervirtuosität den Fussball mit den Worten "No more soccer!" wegnimmt: der vorhergehende Film von Regisseur Stephen Chow war "Shaolin Soccer"... Das ganze ist stellenweise hysterisch lustig, manchmal auch nur seltsam, und vielleicht insgesamt eine kleine Spur zu lang, aber trotzdem ziemlich unterhaltsam.

Kommentare

Hab den Film in einem Sneak Preview gesehen und muss sagen dass es der größte Scheiß aller Zeiten ist! Spart bloss euer Geld und bleibt Zuhause! Sowas armes hat man noch nicht gesehen. Total affig. Könnte mich stundenlang darüber aufregen!

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