Kümmer-Kummer
Vor kurzem bekam ich eine E-Mail, die mit den Worten "danke fürs kümmern" endete. Das bekümmert mich.
Tatsächlich hatte ich in der vorausgegangenen Nachricht versprochen, mich um eine Tischreservierung zu kümmern. Warum zum Teufel? Ich hätte einfach schreiben sollen: "Dann reserviere ich einen Tisch". Schließlich ist es nicht so, dass mir ein Anruf in einer Gaststätte Kummer bereiten würde. Das ist schlimmstenfalls ein wenig lästig, aber bei weitem nicht lästig genug, um zu diesem suggestiven, beinahe manipulativen Wort zu greifen, nach dem Motto: "seht her, was ich für Euch auf mich nehme". Schon Erich Rutemüller wusste: "Mach et, Otze" ist prägnanter als "Kümmer Dich drum, Otze". Merke: zu viel kümmern ist kümmerlich.
Andererseits mache ich mir vielleicht zu viele Gedanken über Lappalien. Das hat man davon, wenn man zu viel Zwiebelfisch liest.
Halt.
Nicht "man", sondern "ich". Das Verwenden von "man", wenn "ich" gemeint ist, ist eine Unsitte, die mich bekümmert, gerade als ob man dem kleinen man im Mond in die Schuhe schieben könne, was man - wenn überhaupt - doch dem man auf dem Mond anlasten müsste. Als einer der schlimmsten Man-Panscher ist mir - à propos "kleiner man" - der nie dem inneren Berti entwachsene Hans Hubert Vogts in Erinnerung. Nicht "man fragt sich", Mann! "Ich frage mich". Nämlich ob man sich darum überhaupt kümmern sollte: ein Fall für den Kümmerkasten.
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