29.01.2005

KrautRockpalast

Nach das Krautrock-Special des WDR mit Aufzeichnungen dreier Konzertabende im Dezember 2004 schon vor ein paar Wochen gesendet wurde, habe ich es endlich geschafft, mir meine Aufzeichnung zumindest teilweise anzuschauen. Birth Control und Karthago hatte ich schon beim letztjährigen Herzberg-Festival live erlebt, Jane und Epitaph finde ich erstmal nicht sonderlich spannend, also skippte ich nur ein wenig durch Ihre Auftritte. Guru Guru, die ich beim Herzberg verpasst hatte, werde ich mir bei nächster Gelegenheit näher zu Gemüte führen. Gespanntesten war ich auf Amon Düül II, nachdem Ihr Auftritt beim Mod + Psych Festival ausgefallen war.

Ich muss sagen: nach kritischen Stimmen in [progrock-dt] war ich angenehm überrascht. OK, teilweise waren die Instrumente verstimmt, teilweise war's ein bisschen unkoordiniert. Aber irgendwie transportieren Amon Düül II immer noch die anarchisch-schräge Stimmung, wie ich sie mit dem frühen Krautrock assoziiere und die ich beim oberflächlichen Spulen durch die wesentlich glatter wirkenden anderen Bands eindeutig vermisste. Nur eines stimmt tatsächlich: etwas weniger Anarchie und etwas mehr Herrschaft über die Töne hätte Renate Knaup-Krötenschwanz' Gesang gut getan; das war stellenweise schon arg daneben.

Das (gesendete) Programm aus hauptsächlich älteren Nummern war gut gewählt, "Deutsch Nepal" ist auch heute noch klasse, ebenso "Archangel's Thunderbird". Chris Karrers wirre-wirbelige Lead-Gitarre ist immer hörenswert, auch wenn sie im Mix nicht so hervortrat, wie es sein sollte. Jetzt hoffe ich nur, dass es doch einmal einen leibhaftigen Amon Düül II-Auftritt in München oder näherer Umgebung gibt.

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