Kinder der Freiheit
Nach wie vor ist Afrika auf meiner Prog-Landkarte ein großer weißer Fleck, zumindest wenn man schon einmal die arg grenzwertigen Südafrikaner Manfred Mann und Trevor Rabin außen vor lässt.
Allerdings hatte wohl gerade Südafrika in den frühen Siebzigern eine kleine Psychedelic- und Hardrock-Szene, deren Mitglieder - wie immer ja nach Definitionslage - zumindest teilweise proggig angehaucht waren. Die einzinge mir - bisher - bekannten Vertreter darauf sind die Freedom's Childen mit ihrem Album "Astra".
Dieses bietet in der Tat erstaunlich guten Orgel-Hardrock mit vielen psychedelischen Anklängen (hallende, gedoppelte Fuzzgitarren-Soli) und teilweise verspielten Strukturen, die zumindest eine deutliche Nähe zum sogenannten Proto-Prog britischer Prägung verraten. Aber so gerne ich eine fette Hammond-Orgel höre: davon hat "Astra" sogar im Übermaß. Denn viele der etwas subtileren Ansätze werden unter den fetten Orgelakkorden begraben, was ein weiteres Mal deutlich macht, dass nicht nur interessante Kompositionen ein wichtiger Prog-Bestandteil sind, sondern selbst bei einfacheren Strukturen abwechslungsreichere Arrangements und Instrumentierungen den entscheidenden Schub jenseits die Prog-Grenze bedeuten können.
Davon abgesehen macht "Astra" dennoch Spaß und ist nicht nur als rockhistorisches Dokument interessant.
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