K.A Ïss D.A
Zeuhl-Wochen im ProgBlog. Zwar bin ich noch nicht ganz los vom P.Funk (und der hat ja auch eine Zeuhl-Verbindung...), aber endlich hat es Magmas neues Studio-Album "K.A", das erste nach 20 Jahren Pause, in den ProgBlog-Player geschafft. Und es ist gut.
Große Überraschungen waren nicht zu erwarten, schliesslich spielen Magma "K.A" schon seit zwei Jahren live, und der Grossteil der Komposition stammt schon aus den frühen 70er Jahren. Die im Vergleich zur Live-Version auf den ersten Blick auffälligste Änderung ist der akustische Grundsound: statt elektrischem Piano kommt verstärkt ein akustisches Piano zum Einsatz. Das erinnert ebenso wie die Komposition als solche an die 70er Jahre Alben der Band, vor allem "Wurdah Ïtah" - allerdings stärker Choral ausgerichtet - da "K.A" wie jenes, vor allem in der ersten Hälfte, eine weniger oppresive Grundstimmung hat, sondern fröhlicher, offener wirkt.
Natürlich haben die letzten 20 Jahre auch in der Musik Spuren hinterlassen: in manchen, beinahe jazzigen Chorharmonien meine ich Einflüssse von Offering herauszuhören. Obendrein tut es gut, endlich ein Magma-Album mit einem wirklich guten Sound erleben zu können. Seltsam ist nur die stiefmütterliche Behandlung von Gitarrist James MacGaw: selbst während seiner Solo-Passagen, bei denen er das Dach vom Haus spielen müsste, wird er ziemlich weit hinten auf der rechten Seite im Mix begraben. Schade. Ausserdem geht der sehr saubere, klare Klang vielleicht auf Kosten der Rauhigkeit, Rohheit des Feelings.
À propos: in der Mailingliste [avant-progressive] läuft zur Zeit eine Diskussion, ob die aktuellen Magma, insbesondere "K.A", "Le cri" verloren hätten. "Le cri" ist dabei eine schwer fassbare Komponente der Musik, vor allem der Präsentation: das Feuer, die bedingungslose Leidenschaft. (Das Konzept erinnert ein wenig an Frank Zappas "eyebrows": Zappa verlangte von seinen Musikern, dass sie nicht nur jedes vorgelegte Material notenperfekt, sondern eben auch mit hochgezogener Augenbraue spielen können müssten: "putting the eyebrows on it".)
Vander selbst jedenfalls spielt mit mehr Feuer und Energie, als man von einem 56jährigen erwarten sollte... Und vor allem im dritten Teil von "K.A" baut sich eine ähnlich drängende, mitreissend-energetische Stimmung auf, wie man sie von den 70er Jahre Epen Magmas kennt, liebt und sich als Fan erhofft.
Neuen Wegen wird hier nicht bahngebrochen. Aber das habe ich zumindest auch nicht erwartet. Peinliches "Living in the past" ist "K.A" nicht, sondern eher ein klassisches Magma-Werk in einer späten Uraufführung. So sehr sich auf historische Aufführungspraxis spezialisierte Ensembles bemühen: ob es so genauso klingt wie annodazumals, läßt sich nicht mehr feststellen. Manchmal muss man mit dem zufrieden sein, was noch geht. Und solange das so gut ist wie "K.A", bin ich das gerne.
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Kommentare
vollkommen neu in diesem forum und schwelge gerade in 20 jahre alten erinnerungen an magma, lese mit enttäuschung das magma 2003 in würzburg gespielt hat und ich es nicht wusste. wer kann mir mitteilen, wann die band mal wieder wo auftritt?
danke!!
stefan
Am einfachsten die Band selbst, würde ich meinen ;-):
http://www.seventhrecords.com/NAVI/concerts.html
Magma - K.As. dazu auch K.A Ïss D.A
Ich halte es für keinen Zufall, dass die legendäre französische Formation Magma nach 20 Jahren nun endlich mit einem neuen Studioalbum rausrückt. Ohne es so recht zu bemerken (vielleicht, weil man selbst Teil dieser
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